Füssener Heimatzeitung Nr. 196

178 Füssener Heimatzeitung Nr. 193 vom August 2020 Im Spätherbst 1951 kämpften sich Tante Beppi und die Hebamme durch den hohen Schnee zum Haus der Familie Schütz am Falchen, Hausnummer 175 ¼, wo in der Nacht vom elften auf den zwölften November der zweite Sohn der Eheleute Johann Friedrich Schütz und Else Schütz geb. Suiter zur Welt kam. Damals muss es bereits Anfang November so viel Schnee in Lechbruck gehabt haben, dass die Schneepflüge nur noch die Hauptstraßen notdürftig freiräumen konnten. Als bei ElseSchütz nun dieWehen einsetzten, war man zunächst auf die Hilfe des Nachbarns Beringer angewiesen, der sein Haus auf der anderen Seite der Straße hatte, die erst in späteren Jahren den Namen „Bergblick” erhalten sollte. Der Vater war zwar zu Hause, fiel aber als Kurier zur Hebamme aus, da er sich beim Fußballspielen den Fuß gebrochen hatte undmit seinemGipsbein unmöglich durch den hohen Schnee hinunter ins Dorf hätte laufen können. Eine Kindheit am Lech Ein Bericht von Nana Scheuer Serie: Lechbruck Anstrengender als die tatsächliche Geburt So begab sich also Herr Beringer durch das dichte Schneetreiben hinunter zum Postamt, das da- mals noch von der Großmutter des erwarteten Kindes geführt wurde. Dort telefonierte die Post- angestellte Martina Suiter auf dem Postapparat ins fünf Kilo- meter entfernte Bernbeuren am Fuße des Auerbergs. Die dort an- sässige Hebamme packte ihre Sachen zusammen und nahm gleich noch, wie es zuvor schon ausgemacht war, Tante Beppi mit. In Lechbruck kamen die beiden aber aufgrund der Schneeverhältnisse mit ihrem VW Käfer nur bis zum Postamt, wo sie das Auto stehen lassen mussten. Von da an stapften auch sie durch den tiefen, hüfthohen Schnee. Der Weg zum Geburtshaus „Haus am Falchen”, muss wohl für die Hebamme anstrengender gewe- sen sein als die tatsächliche Ge- burtshilfe und auch die anderen Beteiligten erzählten noch viele Die Lebensgeschichte des kleinen Hansi - Teil 1

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