Füssener Heimatzeitung Nr. 184

48 Füssener Heimatzeitung Nr. 184 vom Januar 2020 / II in allen Kulturen die Gewissheit einer übersinnlichen, göttlichen Welt, in welche die Menschen noch hellseherische Einblicke hatten. Diese Fähigkeiten gingen allmählich zurück und waren zur Zeit Christi kaumnoch vorhanden. Es gab aber noch Mysterienstät- ten, in denen einzelne auser- wählte Menschen geschult und in die hellsichtigen Erkenntnisse und Wahrnehmungen der geisti- gen Welten eingeweiht wurden, was über die Begrenzungen des eigenen Körpers weit hinausging. Und so ist auch die Bedeutung von Epiphanias und Heilig-Drei- König ein bewusstseinsgeschicht- liches Phänomen, das in der Re- ligionsgeschichte immer wieder einer Wandlung unterlag, aber in der spirituellen Tiefenschau letztlich gleich blieb. Hier offen- barte sich das Göttliche in seiner ganzen kosmischen Größe und Bedeutung. Wer ein offenes Herz hatte, konnte das spüren. Die Nacht der Strahlenden Das Epiphaniasfest ist nach Ostern das zweitälteste Fest der Christen und dabei das erste, welches kalendarisch festgelegt wurde. Es wird zeitgleich mit dem katholischen Dreikönigsfest und dem orthodoxen Weihnachtsfest gefeiert. Somit ist der 06. Januar ein Feiertag mit drei Festen für drei unterschiedliche Glaubens- richtungen. Das Fest wird von den Westkirchen der Anbetung des Kindes durch die Weisen aus dem Morgenland zugeordnet, in den Ostkirchen als Tag der Taufe Jesu und Offenbarung der aller- heiligsten Dreifaltigkeit begangen. Und es markiert das Ende der Weihnachtszeit. Es ist auch das Ende der heidnischen Perchten- Fortsetzung von Seite 47  In der Perchtennacht geht die Strahlende, wie die Percht auch genannt wird, durch Füssen und berührt die Gassen mit ihrem Segen. Bild: Füssener Heimatzeitung

RkJQdWJsaXNoZXIy NDYxMw==