Füssener Heimatzeitung Nr. 184

47 Füssener Heimatzeitung Nr. 184 vom Januar 2020 / II Das heilige Leuchten „In der Geburt des Christuskindes ergießt sich Gott mit solchem Licht in die Seele dieses Kindes, dass das Licht so groß wird im Wesen und im Grunde der Seele, dass es sich hinausschleudert und überfließt”, so heißt es in einem alten Text. Das Göttliche wird offenbar, leuchtet auf und wird sichtbar in seiner ganzen Größe und Herrlichkeit. Das ist Epiphanias, aufs Inniglichste ver- knüpft mit Jesus Christus, in des- sen Person die menschliche Ge- genwart Gottes in „Erscheinung“ tritt. Ein Begriff, der zugleich auch das Thema Erlösung und Rettung als Grundgedanke hat, eine „ret- tende Gotteserscheinung”. Im allgemeinsprachlichen und reli- gionsgeschichtlichen Sinne kann man unter Epiphanias das he- reinbrechende und wieder ver- schwindende Sichtbarwerden ei- ner Gottheit verstehen. Feste Be- standteile dieser Epiphanie sind die übermenschliche Größe der Gottheit, die sie begleitende Licht- erscheinung oder auch Naturer- scheinung, auch besondere Klän- ge und Wohlgerüche. Können wir das Heilige noch wahrnehmen? Die Geschichte der Menschheit ist auch eine Geschichte der Ent- wicklung des menschlichen Be- wusstseins. Je weiter man in der Geschichte zurückgeht, desto selbstverständlicher findet man Fortsetzung auf Seite 48  Das Leuchten und Strahlen des Jesus-Kindleins als Ausdruck seiner Göttlichkeit war in der Kunst immer wieder ein beson- deres Thema. Es war der stärkste Ausdruck, Göttlichkeit dar- zustellen. Bild: gemeinfrei

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