Füssener Heimatzeitung Nr. 273

144 Füssener Heimatzeitung Nr. 273 vom Februar 2026 Der Wald ist von jeher ein Mythos. Viele Märchen spielen im Wald, aus dem Wald kommen in den Geschichten die sonderbarsten Geschöpfe, wilde Gesellen, furchteinflößende Kreaturen, aber auch weise Frauen, verirrte Königskinder oder geheimnisvolle Fremde, die sich zu strahlenden Helden mausern. Man könnte den Wald auch als das kollektive Unbewusste der Menschen bezeich- nen. Baden im Wald? Ein Bericht von Otto Piepenburg Serie: Naturheilverfahren Myhtos Wald Der Ethnobotaniker Wolf-Dieter Storl schrieb ein Buch mit dem Titel „Ich bin ein Teil des Waldes“ und weiter berichtet er, dass man sich durch Natur-Meditation einer größeren Dimension öffnen kann. Storl schreibt: „Nach Jahren der Meditation mit Bäumen besteht für mich kein Zweifel mehr, dass Bäume mit uns reden, mit uns träumen – das ist eine sehr heil- same Kommunikation.“ Schon viel früher sprach die große Heil- kundige Hildegard von Bingen von der Grünkraft. Abgeleitet ist der Begriff aus dem Lateinischen, hier heißt es Viriditas (lateinisch: viridis = grün). Hildegard von Bingen bezeichnet die Grünkraft als eine Grundkraft, die der ge- samten Natur, also Menschen, Tieren, Pflanzen und Mineralien, innewohnt. Die in Allem stecken- de Grundkraft ist nach Ansicht von Hildegard von Bingen die Grundlage jeder Heilung. Die Vi- riditas wird nach Hildegard von Bingen durch monotone Tätig- keiten geschwächt, kann aber ih- rer Ansicht nach durch den Auf- enthalt in der Natur, zum Beispiel  Sich einfach mal hinsetzen. Bild: privat Fortsetzung auf Seite 146

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