Füssener Heimatzeitung Nr. 271

67 Füssener Heimatzeitung Nr. 271 vom Dezember 2025 Sehnsucht An Weihnachten spüren die Men- schen eine Sehnsucht, eine Sehn- sucht nach Geborgenheit, nach Aufgehobensein und nach Hei- die Tiere reden hören kann. Es ist die Nacht, in der man in die Unendlichkeit versinkt, in der die Ewigkeit zu spüren ist. Für die Christen ist es die Nacht der Menschwerdung Gottes, der so seine universelle, allumfassende Liebe zeigt. Das Lied „Stille Nacht, Heilige Nacht”, dessen Text der Pfarrer Joseph Mohr 1816 in Maria Pfarr schrieb und das von seinem Freund Franz Xaver Gruber vertont wurde, löst auch in vielen Men- schen Gefühle der Verschmelzung und Ganzheit aus. Das Weihnachtslied Joseph Mohr gab dem Lied den einfachen Titel „Weihnachtslied”. Ursprünglich war es ein Lied der einfachen, oft armen Menschen, die in dem Lied ihr Vertrauen zur Liebe Gottes und ihren Wunsch auf Erlösung ausdrücken. AmHei- ligen Abend des Jahres 1818 wur- de das Lied zum ersten Mal in der St. Nikola-Kirche in Oberndorf im Salzburger Land gesungen. Es war eines der ersten deutschen Weihnachtslieder, das in einer katholischen Kirche gesungen wurde. Schon da berührte das Lied die Herzen der Menschen. Hier begann der Siegeszug über die ganze Welt. Wer war der Dichter von „Stille Nacht, heilige Nacht”? Der Dichter des Liedes war der Vikar Joseph Mohr. Joseph Mohr wurde am 11. Dezember 1792 in Salzburg im Armenhaus in der Kaigasse 9 geboren. Im Salzbur- ger Domwurde er auf den Namen Josephus Franziscus am gleichen Taufbecken wie Wolfgang Ama- deus Mozart getauft. Er wuchs bei seiner Mutter Anna Schoiber, zwei Halbschwestern, seiner Cou- mat. Weihnachten ist das Fest, an dem sich Grenzen auflösen, Grenzen zwischen denMenschen, Grenzen zur Natur. Die Heilige Nacht ist die Nacht, in der man Fortsetzung auf Seite 68

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