Füssener Heimatzeitung Nr. 268

44 Füssener Heimatzeitung Nr. 268 vom Oktober 2025 „Mein Glück ist, dass ich vor 19 Jahren hierher kam,” erklärt Pater Michael Hubatsch vom Füssener Franziskaner-Kloster zu Beginn seines Vortrags. Für ihn sind sowohl die Landschaft als auch das Kloster „wunderbar”. Er habe noch nie so gut in einem Kloster gewohnt wie in Füssen. Seine Aufgaben sagen ihm auch zu. Er ist Mitarbeiter der Pfarreiengemeinschaft und hält an Samstagen und Sonntagen Gottesdienste, außerdem führt er Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen durch. Weiterhin ist er in der Gästeseelsorge sowie in der Kurseelsorge tätig und im Rahmen dieser Aufgabe hält er einmal im Monat einen Vortrag im Hopfener Alpreflect. Spannender philosophischer Vortrag über das Glück Ein Bericht von Eva Lenz Serie: Gesünder leben Pater Michael im Alpreflect: Die Suche nach dem Glück ist allgegenwärtig Das Thema Glück ist laut Pater Michael allgegenwärtig. Dazu er- zählte er eine kleine Begebenheit aus seinem Leben: AmVormittag vor demVortrag stand er in einem Zeitschriftenladen und da lag ein kostenloses Heft an der Kasse. Es hatte den Titel „Weg zum Glück” und es waren Adressen von Lotto-Annahmestellen abge- druckt. So hofft scheinbar ein Großteil der Menschheit durch Geld zum großen Glück zu kom- men. Doch in seinem Vortrag sieht der Seelsorger andereWege als geeigneter an. Schon Platon schrieb über das Glück Der Franziskanerpater zitierte zu Beginn seines Vortrags die Worte der Augsburger Philosophin Ka- tharina Ceming, die sich damit beschäftigt hat, wie es um das Glück steht und wie in Deutsch- land die Befindlichkeit unserer Bevölkerung in Bezug auf das Glück ist: „Dass Menschen ein gutes und erfülltes Leben führen möchten, ist einWunsch, der sich im Laufe der Geschichte der Menschheit nicht wesentlich ge- ändert haben dürfte. Auch der Philosoph Platon hat 500 vor Christus, in einem der ersten schriftlichen philosophischen Zeugnisse, folgenden Kernsatz formuliert: Alle Menschen wollen glücklich sein.” Die Suche nach dem Glück Jedoch empfindet Pater Michael die fast schon verzweifelte Suche nach dem Glück als ein eher neueres Phänomen. Wenn der Markt der Buchneuerscheinungen als Barometer für Trends und The- men gilt, die die Menschen be- schäftigen, dann scheint die Su- che nach dem Glück etwas zu sein, das die Menschen wirklich umtreibt. Wieso gehört aber Glücklichsein gerade heute so wesentlich zum eigenen Selbst- verständnis? Wieso definieren wir ein gelungenes und gutes Le- ben danach, wie glücklich wir sind? Dass wir fast schon ver- zweifelt nach demGlück im Leben suchen und gerne wissen möch- ten, wie wir es dankbar an uns binden können, liegt unter an- derem daran, dass wir unser Le- ben immer weniger von äußeren Größen bestimmt wissen wollen. Während vorangegangene Gene- rationen vieles, was ihnen wi-

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