Füssener Heimatzeitung Nr. 266
185 Füssener Heimatzeitung Nr. 266 vom August 2025 Erfülltes Leben Tatsächlich liegt Joemon Varghese schon der Gedanke, als Priester ohne Familie zu sein, fern. Viel- mehr hat ihm das zwanzigjährige Priester-Sein viele Familien ge- schenkt, viele Menschen, die er liebt, viele Freundschaften, viele Gesichter, denen er Trost schen- ken wollte und konnte, viele Freunde, die sich auf ihn verlas- sen konnten, viele Menschen, die ihm helfen konnten. Eine Viel- falt und Intensität, die nicht ein- mal in jeder „normalen” Familie selbstverständlich ist. Joemon Varghese, der eine lange Zeit in Indien Priester war und seit Sep- tember 2024 der Pfarrer von Vils, Musau und Pinswang ist, fühlt sich beschenkt und bereichert durch sein Sein als Priester, kei- nesfalls beschnitten oder so, als hätte er Abstriche machen müs- sen. Überschattete Priesterweihe Nach seiner Diakonweihe in Rom siedelte er wieder nach Indien in seinen Heimatstaat Kerala um. Seine Priesterweihe war schon sehr lange auf den 29. Dezember 2004 angesetzt worden. Seine Tante väterlicherseits, die selbst Ordensschwester im Orden von Mutter Teresa war und in Kalkutta lebte, hatte die eine Fahrt, die sie einmal in zehn Jahren machen durfte, auf das Datum seiner Priesterweihe gelegt. Es war ein großes, bedeutendes Fest für ihn. Leider kam es so, dass nur kurze Zeit vor diesem Ereignis der größ- te Tsunami, der je in Indien ge- messen worden war, am 26. De- zember große Teile des Landes überschwemmte und viele Men- schen mit sich in den Tod riss. Es war ein tragisches Ereignis, auf das sie innerhalb der Zere- monie seiner Priesterweihe Rück- sicht nahmen. Eine Verschiebung wäre unmöglich gewesen, unter anderemwegen seiner Tante, die nur einmal alle zehn Jahre ihre Ordensschwestern in Kalkutta verlassen durfte. Fortsetzung auf Seite 186 Joemon Varghese (Mitte) betreute als Pfarrer in Indien auch einige Jugendgruppen. Hier ist er mit der Theatergruppe zu sehen. Bild: privat
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