Füssener Heimatzeitung Nr. 265
99 Füssener Heimatzeitung Nr. 265 vom Juli 2025 tonomie. Da sie schon viele Frei- heiten hatten, die anderswo noch erstritten werden mussten, be- teiligten sie sich nicht am Bau- ernaufstand. Das Kloster St. Mang im Bauernkrieg Die Aufzeichnungen von Pater Gallus Knöringer sind hier eine gute Quelle. Das Kloster blieb von den Aufständischen weitge- hend verschont, da die herbei- gerufenen Tiroler Schützen einen Angriff verhinderten. Allerdings wohnte ein Ausschuss der auf- ständischen Bauern im Kloster, um Verhandlungen zu führen, was jedoch dem Kloster enorme Kosten verursachte. Schlechter ging es auf den klösterlichen Gü- tern, die sich auch ins Lechtal hinein erstrecken. Denn die Un- tertanen des Klosters St. Mang hatten sich den Aufständischen angeschlossen und Klostereigen- tummutwillig zerstört. Außerdem wurden zeitweise Zahlungen und Lieferungen an das Kloster ein- gestellt. Andere hatten sich unter den Schutz von Erzherzog Ferdi- nand gestellt. Die Untertanen der Aschau (Lechaschau) wollten sich nach 1525 dem Füssener Kloster nicht mehr unterwerfen. Wegen der vielen Schäden in der Aschau und im Lechtal erlegte der Füs- sener Abt Johannes Benzinger 1526 den Bauern eine Steuer auf. Diese weigern sich, die Sonder- steuer zu zahlen und konnten erst durch Druck von Innsbruck zum Einlenken bewegt werden. So dauerte es bis zum 18. April 1529, bis die Aschau wieder voll- ständig in klösterlichem Besitz war. Verloren, oder doch nicht? Auch wenn die Allgäuer Bauern im Jahr 1525 ihren Anspruch auf Freiheit nicht durchsetzen konn- ten und mit einer Brandsteuer belegt wurden, geriet das alte Gefüge doch ins Wanken. Es kam zu merklichen Verbesserungen für die ländliche Bevölkerung in den folgenden Jahrzehnten und der Grundstein für eine Befreiung aus der Leibeigenschaft war ge- legt. Jenseits allen Gedenkens haben unsere Vorfahren den Weg in eine neue Zeit mit neuen Wer- ten geebnet. Allem voran der Wert der Freiheit, der von uns immer wieder den Mut verlangt, auf Ungerechtigkeit, Unterdrü- ckung und Willkür hinzuweisen. Und wenn das Gedenkjahr 1525 vorüber ist, werden wir dennoch das Buch „Der Bauernkrieg im Ostallgäu vor 500 Jahren” mit seinen ungemein lebendigen und geradezu persönlichen Schilde- rungen der Ereignisse dieses mar- kanten Jahres in Händen halten können. ■ Buchtitel : Der Bauernkrieg im Ostallgäu vor 500 Jahren Autoren und Herausgeber : Stefan Fischer, Rita Nett und Klaus Wankmiller Auflage : 750 Exemplare Produktion : Page-Factory GmbH & Co KG, Kaufbeuren Info-Kasten Klaus Wankmiller hat wieder hervorragende Forschungsarbeit geleistet. Bild: Füssener Heimatzeitung
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