Füssener Heimatzeitung Nr. 265

94 Füssener Heimatzeitung Nr. 265 vom Juli 2025 Serie: Buchvorstellung Der Bauernkrieg im Ostallgäu vor 500 Jahren Ein Bericht von Elisabeth Wintergerst 1525 erlebte das Allgäu den größten Volksaufstand seiner Geschichte. Mit rauen Kehlen erhoben Bauern ihre Stimme und schrien ihre Verzweiflung, ihren Hass und ihre Wut heraus. Die Bauern rebellierten gegen die Ungerech- tigkeiten und Schikanen der Obrigkeit und kämpften für Freiheit, Gerechtigkeit und Mitbestimmung. Sie formulierten ihre Forderungen im Jahr 1525 in zwölf Artikeln in Memmingen. Diese gingen als eine der ersten Menschenrechtser- klärungen Europas in die Geschichte ein. Das Ostallgäu erinnert als einer der Schauplätze des Bauernkriegs im Jubiläumsjahr 2025 mit einer Vielzahl an Ver- anstaltungen und Erlebnisorten an die historischen Ereignisse. An dreizehn Originalschauplätzen im ganzen Land- kreis erinnern Gedenkstelen und Tafeln an die Ereignisse von 1525. Der Geist der Freiheit wehte durch das Allgäu und wurde tausendfach erwidert. In Kaufbeuren formulierten die aufstän- dischen Bauern beispielsweise elf Ar- tikel für wirtschaftliche und soziale Reformen. In Roßhaupten erinnert eine Stele an das unerlaubte Leerfischen des Fischhausweihers durch die Auf- ständischen. In der Bauernkapelle von Kleinkitzighofen erfährt man auf zwei Tafeln mehr über ein blutiges Massaker an den Bauern. Vor allem, wer Vorfahren aus dem Allgäu hat, der wird mitfühlen, mitleiden und die Sehnsucht nach Frei- heit teilen. Sie haben Opfer gebracht, die nie vergessen werden dürfen.  Die Bauern wollten Freiheitsrechte. Bild: Füssener Heimatzeitung Fortsetzung auf Seite 96

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