Füssener Heimatzeitung Nr. 265
139 Füssener Heimatzeitung Nr. 265 vom Juli 2025 Können wir noch das Geheimnisvolle schauen? Können wir Menschen von heute überhaupt noch ermessen, wie es für einen gläubigen Menschen damals vor über 500 Jahren war, diesemMysterium beizuwohnen? Das „Fiassar Osterspiel” ist ein Mysterienspiel, das Benedikti- nermönche der Klosterkirche St. Mang in Füssen vor über 500 Jah- ren erworben und aufgeführt ha- ben, für Menschen, die damals lebten. Vor allem für das einfache, tief gläubige Volk. Wir können uns heute gar nicht mehr vor- stellen, wie ein solcher Mensch dieses Spiel damals angeschaut hat, mit welchen Augen, mit wel- chen Ohren, mit welch offenem Herzen. Die Menschen waren da- mals ja ohne jede Reizüberflu- tung, ohne jede Überversorgung mit Ablenkung und Aktion, wie es die heutigen Menschen haben, die sich kaum auf meditative, ru- hige und auch langsame Hand- Die drei Marien auf ihrem Gang zum Grab Jesu. Die Visitatio der drei Marien ist der älteste Teil und geht auf ein altes Manuskript der Benediktiner des Klosters St. Gallen aus dem 10. Jahr- hundert zurück (Quem-quaeritis-Tropus), zu denen die Füssener Benediktiner über den Heiligen Magnus in direkter Beziehung standen. Bild: Thomas Rimili Prof. Dr. Wolf von der Universität Augsburg und Richard Hartmann waren es, die die Originalseiten des „Fiassar Osterspiels” aus dem Dornröschenschlaf wiedererweckt haben. Bild: Füssener Heimatzeitung Fortsetzung auf Seite 141
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