Füssener Heimatzeitung Nr. 265

127 Füssener Heimatzeitung Nr. 265 vom Juli 2025 vom 14. März 1864 schrieb der junge König wiederum ein kurzes Gebet: „O Herr, verlass mich nie! Vergib mir meine Sünden, stärke mich stets!“ Ab heute fügt Ludwig fast täglich, meist am Ende seiner Tagebucheinträge, ein derartiges Stoßgebet hinzu, das er mit einem L-ähnlichen Schnörkel, seinem Signet, zu beenden pflegt. Ludwig II. - ein schöner Adonis Die ideale Schönheit Ludwigs II. bildete am Beginn seiner Regie- rung einen stetigen Gesprächs- stoff und in drei Tagen wurden von ihm und seinem Vater 7.000 Fotografien verkauft. Karl von Hei- gel schreibt: „Zunächst gewann der neue Fürst die Menge durch seine Schönheit. Es war, als hätte dieses Ereignis sie erst gereift. sein Großvater Ludwig I. denen des Adonis auf dem pompejani- schenWandgemälde: „Venus und Adonis“ ähnlich fand und aus Anlass seiner Verlobung in einem Sonett besang. ■ Wenigstens fiel sie allgemein so recht auf, als Ludwig langsamen Schrittes barhäuptig dem Sarge seines Vaters folgte“. Einen be- deutenden Anteil daran hatten und behielten bis zuletzt die gro- ßen schwärmerischen Augen, die Fortsetzung von Seite 125 Thema: Schicksalsjahr 1864 Behandelter Zeitpunkt: 13. und 14. März 1864 Hauptperson: König Ludwig II. von Bayern Thema: Die schwere Last auf den Schultern des jungen Königs und Stoßgebete in seinem Tagebuch Quellen: Archiv Adami, Schweiggert 1995, Böhm 1924, Hauff 1864, Lebenstage 1864, Wolf 1926, Füssener Blatt vom 18. März 1864 Info-Kasten  Die Unterschrift des Königs aus dem Jahr 1864. Bild: Archiv Adami

RkJQdWJsaXNoZXIy NDYxMw==