Füssener Heimatzeitung Nr. 264

78 Füssener Heimatzeitung Nr. 264 vom Juni 2025 / II Zigaretten – ein Symbol der Revolution In Preußen betrachtete man die Angewohnheit des Zigarrenrau- chens mit Argwohn, denn es galt zur Zeit vor der Märzrevolution (1848) als ein Symbol für „Volks- verhetzer“. So war in Berlin das Rauchen der Zigarre auf der Stra- ße verboten. Die Missachtung dieses Gesetzes wurde als „Auf- lehnung gegen die herrschende Staatsgewalt“ angesehen. Nach der Revolution wurde das Verbot 1848 als „Zugeständnis an die Revolutionäre“ aufgehoben. In der zweiten Hälfte des 19. Jahr- hunderts wurde die Zigarre dann ein Symbol des Bürgerreichtums, die gehobene Gesellschaft rich- Im Dreißigjährigen Krieg In Deutschland wurde die neue Gewohnheit des Rauchens an- fänglich mit Verwunderung be- trachtet, weitete sich dann aber schnell aus. Die Soldaten des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) machten sie in der gesam- ten Bevölkerung bekannt, bei Jung und Alt, Mann und Frau. Im 18. und 19. Jahrhundert war Tabak in Europa und Amerika vor allem als Genussdroge und als Quelle von Steuereinnahmen von Be- deutung. Der Konsum stieg stetig an; Tabak war im Alltag, aber auch als Kunstobjekt gefragt. Fortsetzung von Seite 76  Blühende Tabakpflanze. 1  Geschenk Zigaretten-Etui: Massiv Silber mit Emaille in Königsblau und Doppel-L. Bild: Sammlung Sepp Schleicher  Zigarettenetui aus Elfenbein: zwei stehende Löwen halten das bayerische Wappen mit Königskrone und Ordens- kollanen (Anton Diessl, München zwischen 1864 und 1870). Bild: Sammlung Sepp Schleicher

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