Füssener Heimatzeitung Nr. 264

181 Füssener Heimatzeitung Nr. 264 vom Juni 2025 / II Wirkung des Manichäismus Nach dem Tod Manis und der Verfolgung seiner Anhänger kam es nicht zur Auslöschung, sondern es kam sogar zum Wachstum in Ost und West. Tatsächlich entwi- ckelte sich der Manichäismus zur Weltreligion und war auf dem ganzen Erdkreis, von Spanien bis China durch aktive und über- zeugte Anhänger vertreten. Durch diese Beliebtheit und Verbreitung war der Manichäismus die größte Konkurrenz des Christentums und einige Historiker sind der Mei- nung, dass nicht viel gefehlt hat, dass der Manichäismus sich ge- gen das Christentumdurchgesetzt hätte. Selbst der berühmte Kir- chenvater Augustinus war neun Jahre Hörer beimManichäismus, bevor er sich abgewandt hat und gegen den Manichäismus aktiv vorgegangen ist. Manche vermu- ten, wäre Kirchenvater Augustinus beim Manichäismus geblieben und hätte ihn unterstützt, könnte der Manichäismus heute Weltre- ligion sein. Im Westen ist er im sechsten Jahrhundert langsam ins Schwinden geraten und wurde im achten Jahrhundert im Osten durch den Islamismus verdrängt. In Südchina gab es noch mani- chäische Gemeinden, die bis ins 17. Jahrhundert aktiv waren. Auch hat man immer wieder Spuren der Lehre entdecken können, wie stifter Mani. Doch wir wissen, dass Ludwig jede Person bewusst wählte und sicherlich zu jeder Person ein breites Wissen hatte. Immerhin hat Mani im Thronsaal von Schloss Neuschwanstein auf einemSchildbogen eine wichtige Position inne. Ludwig II. war ein tief religiöser Mensch und er be- schäftigte sich tief mit Spiritualität und Religionen. Vielleicht ist er dadurch auch auf Mani und den Manichäismus gestoßen. Durch die intensive Auseinandersetzung mit nur einer Person aus einem Gemälde, wie in diesem Bericht, kann man sehen, wie mannig- faltig und facettenreich das In- teresse und Wissen von König Ludwig II. war. n bei den Bogomilen im Balkan, den Katharern in Italien und Süd- frankreich und den Albigensern, nach der Stadt Albi in Frankreich benannt, die selbst auch Katharer waren. Bei den Uiguren war die Religion von Mani unter Bügül Khan im 8./9. Jahrhundert sogar Staatsreligion. Der letzte Mani- chäer soll noch im20. Jahrhundert in China gelebt haben. Auch Ru- dolf Steiner beschäftigte sich viel mit Mani und schätzte ihn hoch. Er sah in Parzival auch die Rein- karnation des Mani. Ludwig II. und Mani Leider wissen wir nichts Spezifi- sches über die Beschäftigungen von Ludwig II. zu dem Religions- Fortsetzung von Seite 179 Gemälde: Das Antike Recht Ort: Im Thronsaal von Schloss Neuschwanstein Künstler: Wilhelm Hauschild Gemälde: Schildbögen im Östlichen Teil des Thronsaales Person: Der Religionsstifter Mani Geburt: 14. April 216 Gegend von Seleukia-Ktesiphon, heutiges Bagdad Tod: 14. Februar 276 oder 26. Februar 277 in Gundischapur (heutiges Iran) Quellen: https://www.bibelwissenschaft.de/ressourcen/wibilex/ neues-testament/mani, Wikipedia Info-Kasten Bildnachweis : 1 Wikipedia, gemeinfrei 2 Qaramanoğlu (https://commons.wikimedia.org/wiki/File :Naqs-e_rajab_katir.jpg), „Naqs-e rajab katir”, https://creative- commons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode 3 S10241875 (https://commons.wikimedia.org/wiki/File :Xuastvanift_SI_D1_(SI_3159).png), https://creativecommons.org/ licenses/by-sa/4.0/legalcode 4 Sammlung Erich Adami 5 Carsten Steger (https://commons.wikimedia.org/wiki/File :Aerial_image_of_Neuschwanstein_Castle_(view_from_the_northwest).jpg), https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode

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