Füssener Heimatzeitung Nr. 263

53 Füssener Heimatzeitung Nr. 263 vom Juni 2025 zeichnet, da er auch eigene hei- lende Kräfte zu aktivieren vermag. Und diese in sich entstandenen Energien und Kräfte können jeder Frau helfen, um sich selbst am kranken Körper oder in der Seele zu heilen. Die Seherinnen und weisen Frauen verwendeten die Beifußräucherungen auch, um ihre eigenen Heilkräfte zu stärken und zu schützen. Für diese Räu- cherung mischten sie Salbei und Waldbingelkraut dem Beifuß bei. Beim Räuchern von Beifuß ent- steht ein warmer und krautiger Duft, der einhüllend und sehr er- wärmend wirkt und dadurch spen- det er Energie und stärkt die Le- benskraft. Der Beifuß in der Moxa-Therapie Beim Moxen wird eine Beifußart verwendet, die als Yomogi oder Japanischer Beifuß bekannt ist. Hierzu wird der Beifuß getrocknet und die fein geriebenen Blätter in Form von „Zigarren" oder „Hüt- chen" gepresst . Der Beifuß ist sowohl in der Traditionellen Chi- nesischen Medizin (TCM) als auch in der Traditionellen Europäischen Medizin eine bekannte Heilpflan- ze. Das Moxibustieren wurde vor allem in den kälteren Bergregio- nen Chinas, die im Norden des Landes gelegen sind, durchge- führt. Die Erwärmung von Aku- punkturpunkten mit brennendem Beifußkraut soll Zuständen von energetischer Kälte und Leere entgegenwirken. Diese Therapie ist ein jahrtausendealtes Heil- system und erfreut sich auch in ländlichen Gegenden des Allgäus bei Heilpraktikern immer größerer Beliebtheit. ■ Fortsetzung von Seite 51 Der Beifuß Bedeutung : der Beifuß ist eine uralte Sommersonnwend- pflanze, er besitzt viele Heilwirkungen Verwendung : sakrale Kultpflanze, Gewitterräucherpflanze, Kräutertee, Moxa-Therapie Namen : lateinisch Artemisia vulgaris, Sonnwendgürtel, Johannisgürtel, Mugwurz, Schutzkraut, Machtwurz, Thorwurz, Gewitterpflanze, Frauenkraut. Info-Kasten  Magisch und geheimnisvoll zeigt sich das Sommersonnwend- feuer als ein Lichtwesen. Bild: Füssener Heimatzeitung

RkJQdWJsaXNoZXIy NDYxMw==