Füssener Heimatzeitung Nr. 263
29 Füssener Heimatzeitung Nr. 263 vom Juni 2025 Fortsetzung auf Seite 30 Mythologie In Tirol werden die Kartoffeln meist als „Erdäpfel” bezeichnet. Das französische Wort „pomme” für Apfel ist von der römischen Früchte- und Gemüsegöttin Po- mona abgeleitet. Die Überliefe- rung sagt, dass die wohlgestaltete Pomona vom Gott der Jahreszei- ten „Vertumnus” umworben wur- de. Diese Geschichten wurden vielfältig ausgeschmückt, sodass der Kartoffel sogar die Kraft von Liebeszauber zugesprochen wur- de. Dies wiederum führte dazu, dass die Kirche die Kartoffel als „dämonisches und lüsternes Ge- wächs” verdammte. Die Kartoffel sei eine Teufelswurzel, die schließlich nicht in der Bibel vor- kommt. Anfänge in Tirol Auf dem Kontinent führte der Weg der Kartoffel zuerst nicht in den Kochtopf, sondern wegen ih- rer schönen Blüte in die Ziergär- ten verschiedener europäischer Höfe. Doch eine Periode relativ kühlen Klimas, von Anfang des 15. Jahrhunderts bis in das 19. Jahrhundert hinein, brachte die Lebensmittelversorgung in Europa in arge Bedrängnis. Vor 1770 - 1772 gab es beim Getreide Ern- teausfälle von 90 % mit darauf folgenden Hungersnöten. Diese Zeit verhalf dem Mais und etwas zeitversetzt auch der Kartoffel zum Durchbruch. Kaiserin Maria Theresia von Österreich und ihr
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