Füssener Heimatzeitung Nr. 263
139 Füssener Heimatzeitung Nr. 263 vom Juni 2025 Stadt in Schutt und Asche legen, und im Unteren Weidach gleich hinter dem „Hensel-Haus” neun Langrohrgeschütze großen Kali- bers in Stellung gingen und eine Salve nach der anderen abzu- feuern begannen. Die Lage wurde durchaus plötzlich sehr kritisch. Die Füssener hatten dabei noch Glück im Unglück: die Kanonen suchten ihre Ziele nicht in Füssen, sondern im Lechtal, da zu dieser Zeit die SS-Soldaten noch in Nam- los vermutet wurden. Für die Wei- dachbewohner, vor allem aber für die Menschen in der Unteren Weidachsiedlung war diese Si- tuation trotz allemmit Todesangst verbunden, denn bei jeder Salve bebte die Erde. Die in der Nähe auf dem Boden liegenden Neu- gierigen wurden durch den De- tonationsdruck ein Stück abge- hoben und mussten dabei noch eine Menge Staub schlucken. Aber das war eben pures Aben- teuer. Edgar, der zwischen sechzig und achtzig Meter schräg hinter dem Ungetüm lag, versicherte Hans Standl später, dass er min- destens zwanzig Zentimeter hoch geflogen wäre. Da hatte er sein Theresienbrücke 1945, nach der Sprengung durch die SS. Das Dach der Schiffwirtschaft ist noch mit Holzplatten gedeckt, da alle Dachplatten bei der Detonation heruntergefallen waren. Bild: Stadtarchiv Füssen Fortsetzung auf Seite 140
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