Füssener Heimatzeitung Nr. 263
133 Füssener Heimatzeitung Nr. 263 vom Juni 2025 Du ruhest nicht in Deinen alten Tagen, O liebevoller, edler Priesterheld, Nein, mit den Jahren mehren sich die Plagen, die reine Nächstenliebe frei gewählt; Nicht suchst Du Ruhm und des Gewinnes Gold, dein Priesterherz kennt einen andern Sold. Nicht trägst Du angeseh’nen Doktornamen, obwohl Du Kranke scharenweis kuriert; Gott selbst, von dem doch alle Gaben stammen, hat Dich zum Doktor heimlich promoviert, Und ist der Name Doktor Dir verwehrt, als Thaten-Doktor Dich das Volk verehrt. Wohl sieht die Wissenschaft man heimlich grollen, es schmollen meist die Jünger Aeskulaps, doch Kranke Dank und Lieb' und Ehr' Dir zollen, die Du hinweggeführt vom Rand des Grab's; Hart feindet man Dein Werk verächtlich an, doch — die Thatsachen brechen Dir die Bahn. Wenn Aerzte Deine Wasserkunst verpönen, O mache, Vater Kneipp, Dir nichts daraus. Wenn diese grundlos schmäh'n, was sie nicht kennen, gehn and're Aerzte bei Dir ein und aus; Freimütig, edel hängen sie Dir an und wandeln auf der nassen Rettungsbahn. Gift ziehst Du aus der Menschen Lebensweise, und Gift entfernst Du aus der Medizin; Du führst mit Deinen Aerzten klug und weise die Menschen zu dem schönen Ziele hin. Wie man auf ganz naturgemässer Bahn froh leben und Erkrankte heilen kann. Dem Wasser halfst Du zu dem hohen Glanze, In welchem seine Heilkraft jetzt erstrahlt; Dein Werk erscheint in hehrem Siegeskranze, so viel man auch die Faust im Sacke ballt. Um Kneipp, ihr Wasserfreunde, sammelt euch! — Mit ihm zieh'n siegend wir ins Krankenreich. Drum her die Waffen! Her die Wasserkanne! Und weg mit allem, allem Giftgenuss! Drum her mit einer wohlgefüllten Wanne, Und her mit Ober-, Knie- und Rückenguss! Wir waschen, härten tüchtig unsern Leib, Und rufen: „Segne Gott den Vater Kneipp!" Fortsetzung auf Seite 137 Sebastian Kneipp hatte einen „Blick” auf jedermann, egal aus welchem Stand man kam, er war für alle da. Bild: Füssener Heimatzeitung
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