Füssener Heimatzeitung Nr. 259

155 Füssener Heimatzeitung Nr. 259 vom Februar 2025 Fortsetzung auf Seite 156  Der würzige Geschmack des Weißlackers ist einmalig. Bild: Füssener Heimatzeitung gend zu Butter oder Schmalz ver- arbeitet. Während die Täler und die niedrigen Lagen durch Feldbau und Viehhaltung geprägt waren, spielte die Milch auf den höher gelegenen Alpen eine gewisse, aber nicht dominierende Rolle. Es wurde vorwiegend für den Ei- genbedarf produziert. Den großen Wandel brachte das 19. Jahrhun- dert: Der Feldanbau (insbesondere Flachs) wurde durch die zuneh- mende Bedeutung der Baumwolle unrentabel. Die Überwindung der ökonomischen Kleinstaaterei schafft große Wirtschaftsräume. Dies alles führte zu einem Auf- blühen der Milchwirtschaft. Die Entwicklung eines leistungsfähi- genVerkehrs undTransportwesens sorgte für regen Warenaustausch und begünstigte damit einen groß- räumigen Absatz. Eine Bahnlinie wurde von München über Kauf- beuren nach Füssen gebaut, eine andere über Kaufbeuren nach Kempten und ins Oberallgäu. Da- mit konnten Waren, sprich Käse, vom Allgäu in die Großstädte ge- liefert werden. Emmentaler und Limburger machen den Anfang Es verwundert daher nicht, dass die ersten Niederlassungen von Käsegroßhändlern nicht lange auf sich warten ließen. 1862 nahm die Käserei Baldauf in Lin- denberg ihre Arbeit auf. Die Sen- nereigenossenschaft Gunzesried wurde im Jahr 1892 gegründet. Die Sennerei Lehern (Hopferau) gibt es seit 1890 und im Jahr 1895 wurde die Käserei Stich in Ruderatshofen eröffnet. In Kauf-

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