Füssener Heimatzeitung Nr. 258
140 Füssener Heimatzeitung Nr. 258 vom Januar 2025 alle Eins und im Heimweh ver- weben sich die Zeiten. Die heimelige Stille In den Sechzigerjahren und in der Kindheitszeit waren Ent- schleunigung und Stress für viele ältere Menschen Fremdwörter. So lebten zum Beispiel unsere Großeltern im Alltag noch mehr an sich dran und sie erlebten und lebten die Natur viel mehr mit ihrem Herzen. Sie bewegten sich imHier und Jetzt und wurden letzten Gottesdienst und Erinne- rungen und Sehnsüchte können in ihnen aufsteigen. Es kann wie ein Zurückfühlen in eine Welt sein, die gefühlt noch heil war und es mag einem gelingen, mit einer kindlichen Seele diese heu- tige Welt neu zu entdecken. „Die Liebe geht durch den Magen“ Zu wiedererwachenden Kindheits- erinnerungen zählen auch be- stimmte Lebens- und Genussmit- nicht ständig durch neue Whats- App-Nachrichten gestört. Heut- zutage fliehen ruhelose Men- schen erschöpft in Kapellen und in Kirchen, um dort für ein paar Minuten dem Rush der heutigen Zeit zu entfliehen. Hier können sie für eine Weile dem Alltag, dem Lärm und dem Stress ent- kommen und zur inneren Ruhe kommen. Gerne geben sie sich der an diesem Ort herrschenden Atmosphäre hin, riechen den in der kalten Kirchenluft stehenden leichten Weihrauchgeruch vom Fortsetzung von Seite 139 Fortsetzung auf Seite 142 Viele ältere Menschen haben die Vorhersagegabe: „Ich kann den Schnee riechen“, bevor der erste Schnee gefallen ist. Armenhaus und Spitalkirche in Füssen. 1
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