Füssener Heimatzeitung Nr. 257
187 Füssener Heimatzeitung Nr. 257 vom Dezember 2024 sinnlich wahnsinnig, andererseits aber auch mütterlich und seg- nend durch die Stadt fegt, mit Ruten sowohl Häuser als auch Menschen streift, streichelt, bis sinnlich berührt. Die dem zugrun- deliegende Bedeutung ist der Se- gen der Großen Göttin. Alles, was die Bärbele berühren, berührt die Göttin, da sie eins sind. Somit tragen sie die Göttin Percht durch die Stadt, durch alle Straßen, an allen Häusern vorbei, und alle Menschen werden durch ihren Zauber und die Teilhabe an die- sem Geschehen mit verzaubert. Es ist wie ein zutiefst lebendig- magischer Hauch aus einer an- deren Welt, der einen streift. Das Wesen der Bärbele ist ein gänzlich anderes als das der Kloasa und sie berühren die Seelen der Men- schen auf einer ganz eigentüm- lichen, tiefen, mythischen und oft schon gänzlich verschütteten Ebene, dort, wo die Menschen sich von der Göttin berührt, ge- liebt, getragen und behütet füh- len. Wie viel Glanz in den Augen der Kinder und auch mancher Er- wachsenen, wie viel Erstaunen, ob dieser Zuwendung und Seg- nung! Und aus der Angst vor dem Berührtwerden wird ein hoff- nungsvolles Erschauern. ■ Thema : Bärbeletreiben Datum : 04. Dezember 2024 Uhrzeit : Beginn ca. 17:00 Uhr Ort : Altstadt von Füssen Info-Kasten
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