Füssener Heimatzeitung Nr. 255

154 Füssener Heimatzeitung Nr. 255 vom November 2024 werdenden Mütter etwas Ton ab und verwendeten dies als Medi- zin, indem sie das feine Pulver in ihr Getränk mischten und es dann getrunken haben. Auch das Trinken von Wasser, in welches der Stein zuvor eingelegt worden war, war eine beliebte Maßnahme gegen allerlei gesundheitliche Probleme. Die vielen Mirakelbe- richte aus jenenWallfahrtskirchen und eingelegte und geopferte Fraisenbriefe, die vorher neun- teilig gefaltet wurden und dem Kind zumSchutz und zur Heilung ner ungeraden Zahl. Das war ganz wichtig und diese Amulette wur- den an einer Schnur befestigt und wer eine rote Schnur daheim hatte, der knotete sein Schutz- amulett mit einem roten Garn. Die dazu verwendeten Amulette waren vielfältig. Franziskuspfen- nige, verkümmerte Rehgeweihe („Kümmerer“), Marienmedaillen, mumifizierte Mäuseköpfe, Auer- hahnzungen, verbrannte Pfauen- federn, Schwalbennester oder auch Teile der getrockneten Na- belschnur wurden als Amulette eingesetzt. Aber auch Lochsteine, auf die Brust gelegt wurden, zeu- gen vom Glauben und Hoffnung auf Heilung der Eltern. Die Frai- senbriefe, auch als Schutzbriefe bekannt, waren große Zettel, die mit Segensformeln wie zum Bei- spiel demBenediktus-, Agathen-, Zacharias- und dem Dreikönigs- segen bedruckt waren und beim Pfarrer oder in Klosterkirchen er- hältlich waren. Das Schutzamulett Die Fraisenkettchen dienten zum Schutz und zur Abwehr und ent- hielten mehrere Amulette mit ei- Fortsetzung von Seite 153  Die Fraisenketten dienten zur Heilung und zum Schutz und enthielten mehrere Amulette mit einer ungeraden Zahl. 1

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