Füssener Heimatzeitung Nr. 255

151 Füssener Heimatzeitung Nr. 255 vom November 2024 Fortsetzung von Seite 149 reichen Restaurierung die Wie- deraufstellung. Von seiner Fas- zination hat das Heilige Grab von St. Anna in Reutte nichts einge- büßt. Durch die Jahrzehnte hin- durch bewegt es die Betrachter und nimmt sie mit in das magi- sche Ostergeschehen. ■ den Tod des Erlösers am Kreuz. Mächtige Säulenpaare begrenzen den nach hinten ziehenden hal- lenartigen Raum mit Balkonen - Balustraden genannt - und Kup- pel. Eine zusätzliche Tiefenwir- kung geben die Figuren an den Seiten und auf den Balustraden. Die beiden in den Zwickeln schwebenden Engel vermitteln zwischen Himmel und Erde. Da- rüber halten vier Putten die Lei- denswerkzeuge Jesu – das sind Nägel, Kreuztafel, Schweißtuch und Dornenkrone. Die Hauptsze- ne des Heiligen Grabes zeigt das Haus des Statthalters Pilatus über der von den bunten Osterkugeln eingerahmten Grabesöffnung. Hinter einer Balkonöffnung wird Christus, der Gegeißelte, dem Volk präsentiert. Darüber schwebt eineWolkenrosette mit Flammen- kranz und bunten Kugeln. Darin befindet sich das Allerheiligste, die Monstranz mit der Hostie. Darüber ist die Heilige Dreifal- tigkeit - Gott Vater, Sohn und Hei- liger Geist - zu sehen. Der gemalte Garten bezieht sich auf den Be- gräbnisort Jesu. Am rechten Sei- tenaltar wird die Ölbergszene mit Christus und den drei schlafenden Jüngern im Garten Getsemani dargestellt. Ein Engel reicht dem vor Angst Blut schwitzenden Got- tessohn den Kelch. Im Hinter- grund ist die Silhouette der Stadt Jerusalem zu erkennen. Weithin berühmt Die Bevölkerung besuchte das herrliche Heilige Grab jährlich in Scharen. In der Klosterchronik steht 1921 geschrieben, dass der Markt voll von Menschen war, die bis aus demAllgäu herkamen. 1936 wurde das Heilige Grab zum letzten Mal in seiner vollen Größe aufgestellt und anschließend fast fünfzig Jahre auf demDachboden des Klosters gelagert. Im Jahre 2003 erfolgte nach einer umfang- Erster Nachweis Ostergrab Reutte: vor mehr als 300 Jahren Aufstellungszeit: von Gründonnerstag bis Ostermontag Höhe: 13 Meter letzte Restaurierung: im Jahr 2003 Aufwand für Auf- und Abbau: 25 ehrenamtliche Helfer mit 320 Arbeitsstunden Info-Kasten  Die Dreifaltigkeit. Bild: Füssener Heimatzeitung

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