Füssener Heimatzeitung Nr. 254

151 Füssener Heimatzeitung Nr. 254 vom Oktober 2024 Felsnadel, die im Volksmund „Kreizles- felsen” genannt wurde, galt alsMutprobe, der man sich stellen musste. Thomas Häring hat für seinen Film über den Forg- gensee altes und neues Bildmaterial zu- sammengetragen. Normalerweise sieht man im Winter bei abgelassenem See nur die Spitze des Felsens und darauf ein abgeschnittenes Kreuz. Mit der Flu- tung der Illasbergschlucht 1954 ver- schwand diese und auch andere mar- kante Felsformationen unter dem See- spiegel. Heute kommt während der zeit- weiligen Winterabsenkung nur noch die Spitze des Kreizlesfelsen zumVorschein, allerdings stark beschnitten. Aber 2014, während des historischen Tiefststandes, als der See um mehrere Meter tiefer ab- gelassen worden war, konnte man die gesamte Felsnase wieder sehen, die wie eine gefährliche Nadel in die Luft ragt. Der Drache schläft Heute liegt der Drache wieder da, wie mit geducktem Kopf, in den Tiefen des Sees ruhend, tief atmend, haltend, wie mit dumpfen Kräften beladen. Wie ge- fesselt liegt er da, aber dennoch bereit zum Sprung. Eines Tages wird er wieder auftauchen und seinen Kopf stolz in das Blau des Himmels strecken. ■ Fortsetzung von Seite 144  Der Kreizlesfelsen heute, mit abge- schnittenem Kreuz, wenn der Forggensee imWinter abgelassen ist. Zu anderen Jahreszeiten sieht man ihn gar nicht mehr. Ein Mahnmal und Relikt aus alter Zeit, wo man noch über den Drachenrücken von Roßhaupten zu diesem Felsen gelangte. Bild: Thomas Häring Felsen : Kreizlesfelsen Ort : Illasbergschlucht im Forggensee Geflutet : 1954 Info-Kasten

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