Füssener Heimatzeitung Nr. 254
Füssener Heimatzeitung Nr. 254 vom Oktober 2024 Wie es dazu kam Der engagierten Naturschützerin Dr. Elke Maria Deubzer war es schon lange ein Dorn im Auge, dass die Wiesen rund um ihre Wohnanlage in Füssen West im- mer sofort gemäht wurden, wenn das Gras länger als ca. zehn Zen- timeter hoch war. Sie erinnerte sich, dass in ihrer Jugend die Wiesen höchstens zwei- bis drei- mal im Jahr gemäht wurden und dort viel mehr Blumen und In- sekten beobachtet werden konn- ten, als dies bei dem Rasen um ihre Wohnanlage der Fall war. Dr. Elke Maria Deubzer erzählt: „Bei uns wurde in den letzten fünfzig Jahren der Rasen sechs bis sieben Mal gemäht, doch heuer ist alles anders gewesen, durch das au- ßerordentlich nasse Frühjahr und den vielen Regen verzögerte sich die Rasenpflege – und so spros- sen im Frühjahr plötzlich seltene Allgäuer Wiesenblumen.“ Kleine Geschichte des Mähens Das Mähen war außer für die Fut- terbeschaffung in der Landwirt- schaft nicht üblich. Erstmals im Mittelalter wurden die Flächen um die Burgen herum von hohem Bewuchs freigehalten, um poten- tiellen Angreifern oder Attentätern keine Deckung zu geben. In den Adelskreisen im 18. Jahrhundert Die Bienen-Ragwurz, eine sehr seltene heimische Orchidee, blüht in Füssen- West. Bild: Dr. Elke Maria Deubzer Ein Exemplar der Fingerwurz auf den Wiesen in Füssen West. Bild: Dr. Elke Maria Deubzer Fortsetzung auf Seite 124
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