Füssener Heimatzeitung Nr. 253
menschliche Tragödien. Ein Kampf zwischen Bewahrung und Fort- schritt. Aber was vor allem sicht- bar wird, ist die Schönheit unserer Heimat - ihr Duft, ihr Klang. Wie alles begann Vor zehn Jahren - 2014 - begann die Geschichte dieses Filmes. Damals führte das Wasserkraft- werk Uniper in Roßhaupten Re- visionsarbeiten durch. Der See wurde fünf Meter weiter abge- lassen als sonst und erreichte so einen historischen Tiefstand. Der Seegrund gab dabei viele seiner Geheimnisse preis, die sonst unter dem Wasser verbor- gen bleiben. Aus der Schlamm- wüste ragten versunkene Zeit- zeugen hervor, Zeugen einer ver- lorenen Heimat, Zeugen einer ehemals paradiesischen Land- schaft. Immer noch sichtbar nach all den Jahrzehnten - sechzig Jahre - immer noch mahnend und auch anklagend. Immer noch an- rührend und das damalige Drama aufscheinen lassend. Aber auch Zeugen viel weiter zurückliegen- der Zeiten, Kulturen oder sogar geologischer Epochen wurden wieder sichtbar. Thomas Häring, leidenschaftlicher Amateurfilmer, erzählt: „Ich habe mir gedacht: Schaust’ einfach mal hin“. Sein Freund, Reinhard Hagspiel, des- sen Eltern noch aus Deutenhau- sen stammten, hatte ihm bereits viel von den untergegangenen Dörfern im Forggensee erzählt, was sich Häring gar nicht vor- stellen konnte. Im Nachhinein bezeichnet er dieses Erlebnis als „Initialzündung“. Damals begann seine Leidenschaft für diesen See und seine Geschichte, die weit älter ist als die siebzig Jahre, die dieses Jahr als Jubiläum ge- feiert werden. Voller Einsatz Häring ist damals natürlich mit seinem Freund Reinhard Hagspiel auch auf Spurensuche gegangen und hat versucht, alles zu erkun- Fortsetzung von Seite 2 So begann es: langsam verschwinden Wiesen, Felder und Wälder. Bild: Archiv Uniper
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