Füssener Heimatzeitung Nr. 250

44 Füssener Heimatzeitung Nr. 250 vom Juni 2024 / II 3. In diesem Prozess steht nicht die Frage: „Wie kam der König ums Leben?” an erster Stelle, sondern: „Wie konnte es über- haupt so weit kommen dass der König entmündigt, interniert wur- de und starb?” Alles begann näm- Fortsetzung auf Seite 47 Ein neues Buch über König Ludwig II. sorgt derzeit für Furore. Es trägt den Titel: „Der Ludwig-II.-Prozess. Die Schuldigen an der Königskatastrophe“ aus dem Volk Verlag, München. Geschrieben hat es der durch seine Veröffentlichungen über Ludwig II. bekannte Autor Alfons Schweiggert. Wer trägt Schuld, Mitschuld und Verantwortung an der Entmündigung, Inverwahrnahme und am Tod König Ludwigs II. von Bayern? Als maßgeblich Schuldige gelten der Psychiater Dr. Bernhard von Gudden, Minister Johann von Lutz, Graf Maximilian von Holnstein und Prinzregent Luitpold, die sogenannte „königlich-bayerische Viererbande“. Sie sollen die „Königskatastrophe“ zu verantworten haben – alle Ereignisse, an deren Ende Ludwig II. leblos im Starnberger See trieb. Die Schuldfrage wurde jedoch nie in einemoffiziellen Prozess geklärt. Die Verhandlungen des bayerischen Landtags am 17. und 26. Juni 1886, allgemein als „Totengericht“ bekannt, wurden diesem Anspruch nicht gerecht. Der „Ludwig-II.-Prozess“ bietet einen schonungslosen Blick ins Räderwerk der Entmündigungsmaschinerie und entwirrt das dunkle Geflecht, dessen Wurzeln bis in die Kindheit Ludwigs II. reichen – ein Prozess mit überraschendem und erschreckendem Ergebnis. Der Ludwig-II.-Prozess. Die Schuldigen an der Königskatastrophe Ein Bericht von Otto-Attila Piepenburg Serie: König Ludwig II. von Bayern Buchvorstellung und Besprechung des neuen Buches von Alfons Schweiggert Zehn Aspekte sind es, die dieses Buch so besonders machen: 1. Erstmals werden alle Personen und Institutionen, die für das Ende Ludwigs II. verantwortlich waren, vor Gericht gestellt und nicht nur wie bisher nur ein paar Sündenböcke. 2. Erstmals wird ein schonungs- loser Blick ins Räderwerk einer gigantischen Entmündigungsma- schinerie geworfen und dabei alle W-Fragen untersucht: also was geschah wann, warum und wo und wer war daran wie, wes- halb und wieso beteiligt?

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