Füssener Heimatzeitung Nr. 247

74 Füssener Heimatzeitung Nr. 247 vom April 2024 In loser Folge will die Heimatzeitung versteckte und vielleicht auf den ersten Blick unscheinbare Kleinode, vor allem aus der Füssener Altstadt, vorstellen. Oftmals geht man seit Jahren oder sogar Jahrzehnten an solchen Schätzen vorbei, ohne dass man sie bewusst wahrnimmt. Begeben Sie sich mit der Hei- matzeitung auf eine Schatzsuche in verborgene Winkel unserer schönen Stadt und entdecken Sie kleine und große, versteckte und rätselhafte, in jedem Fall aber lohnende Schätze mit einer spannenden Geschichte, ... Ein Bericht von Magdalena Kienzle Serie: Heimaträtsel - Versteckte Füssener Kleinode Traditioneller Brandschutz: St. Florian  St. Florian, der Schutzheilige gegen Feuerge- fahr. Bild: Füssener Heimatzeitung Allgemein bekannt ist, dass der heilige Florian als Schutzheiliger gegen Feuergefahr verehrt wird - nicht von ungefähr werden die Mitglieder der Feu- erwehr auch als „Floriansjünger“ bezeichnet. Aber wer war der historische Florian und warum entwickelte sich seine Verehrung als Schutzheiliger? Florian stammte aus Loriacum, dem heutigen Lorch in Oberösterreich. Sein Geburtsdatum ist unbekannt, überliefert ist lediglich sein Sterbedatum, der 4. Mai 304 n.Chr., als er als bekennender Christ im Rahmen der Christenverfolgung unter Kaiser Dio- kletian von den Römern hingerichtet wurde. Dem Todesurteil nach sollte er auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden, er aber erklärte, dass er in diesem Fall auf den Flammen zum Himmel empor- steigen würde. Der Legende nach sollen sich die Soldaten daraufhin gescheut haben, das Todesurteil wie vorgesehen zu vollstrecken und er wurde letztlich mit einem Stein um den Hals von einer Brücke der Enns gestoßen. Obgleich sich auf Florian noch zahlreiche andere Handwerksberufe als Schutzpatron berufen, ist dominant doch die Ver- ehrung als Schutzheiliger gegen Feuer. Weit ver- breitet sind daher Kunstwerke, die sich auf diese Funktion beziehen. Florian wird dabei meist als römischer Legionär mit Fahne, einemWassereimer und einem brennenden Haus dargestellt. In Füssen findet sich neben der bekannten Darstellung an der linken Frontseite der Spitalkirche noch eine kleine, eher unscheinbare Fassadenskulptur aus dem Jahre 1790 mit der Inschrift: „Heiliger Florian! Deiner Fürbitte empfehlen wir uns“ Wo finden wir sie in der Füssener Altstadt?

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