Füssener Heimatzeitung Nr. 241

2 Füssener Heimatzeitung Nr. 241 vom November 2023 / II Fortsetzung auf Seite 4  Heidrun vom Bovert wurde in Solingen geboren. Bild: iStock-488278699 Dinge beim Namen nennen Über 45 Jahre beherbergte sie Reisende, die am idyllischen Forg- gensee für eine Zeitlang unsere zauberhafte Natur genießen woll- ten. Heidrun vom Boverts Seele ist voll von Gefühlen, Eindrücken und Gedanken. In fünf Gedicht- bänden lässt sie die Welt an ih- rem Innenleben teilhaben. Dabei ist sie bereit, die Dinge beim Na- men zu nennen, auch wenn die Wahrheit oft nicht so schön ist. Leben in Solingen Heidrun vom Bovert, geb. Pack, wird am 11.11.1938 in Solingen geboren. Am liebsten hätte ihre Mutter Emma Pack, geb. Kaiser, noch viele Kinder gehabt. Doch als Heidruns Vater Hans Pack nach acht Jahren im Jahr 1948 aus dem Krieg zurückkehrt, ist es ihrer Mutter zu spät für noch weitere Kinder. Im Volksmund nannten sie diesen Umstand „Kriegserscheinung”. Gegen den Willen ihrer Mutter folgte Heidrun vom Bovert, geb. Pack, ihrem Herzen und wurde Landwirtin. Als tatkräftige junge Frau wurde sie die bessere Hälfte von Sieg- fried vom Bovert und gemeinsam bekamen sie zwei Kinder, Rotraud und Hartmut. Die Familie bewirt- schaftete den Hof von Siegfrieds Vorfahren mit Freude und Lei- denschaft. Für die Eheleute vom Bovert war das Landwirt sein nicht nur ein Beruf, es war ihre Leidenschaft, mit den Tieren und der Natur ihr Leben zu teilen. Unerwarteter Schock Eher beiläufig erfährt Siegfried vom Bovert im Jahr 1972, dass sein Bauernhof samt Ländereien der neuen Viehbachtal-Autobahn weichen soll. Ein Bekannter las den Anschlag an der Litfaßsäule, dass folgende Flurnummern dem Bau weichen müssten. Nach ers- ten Recherchen war klar, dass Hof Hübben, die Heimat der vom Boverts, komplett betroffen war. Ein tiefer Schock durchfuhr die ganze Familie. In diesen düsteren Stunden kam Besuch von Tante Lissi aus Schwangau. Diese hatte im Ersten Weltkrieg ihren Mann Otto Henke kennengelernt, der 1926 die erste Lehrstelle als Leh- rer in Schwangau bekam. Als Tan- te Lissi das Haus betrat, meinte sie: „Was ist denn hier los, ist je- mand gestorben”. Darauf bekam sie die Antwort: „Ja, der Hof”. Kurzerhand schlug sie vor, dass die Familie vom Bovert doch ins Allgäu zu ihnen nach Schwangau kommen sollte. Vielleicht war es die Tiefe des Schocks, dass Hei- drun und ihr Mann tatsächlich über diesen Schritt nachdachten. Der gemeinsame Sohn Hartmut Teil 2 Fortsetzung von Seite 1

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