Füssener Heimatzeitung Nr. 237

46 Füssener Heimatzeitung Nr. 237 vom Juli 2023 noch ziemlich vollständig mit Ausgaben von 197 Gulden ab. Darunter befinden sich zwei Uh- ren, eine für 100 und eine für 50 Gulden, sowie das Buch „Vision von Beethoven” für 15 Gulden. Doch im Februar sind die Bewe- gungen nicht mehr klar zu erken- nen. chard Wagner zu lesen. Ein wei- terer Eintrag im Tagebuch doku- mentiert, dass Kronprinz Ludwig daran denkt, mit Richard Wagner in Kontakt zu treten: „Tag vorher mit Prof. Steininger über d. Mög- lichkeit d. Besorgung meines Brie- fes an R. Wagner gesprochen.” Ludwig ist ein Mensch, der sich intensiv mit den Themen ausei- nandersetzt, er ist ganz in der Welt der Sagen und Mythen; so liest er Emanuel Geibels „Brun- hilde” und Ernst Raupachs „Der Nibelungen Hort” um einen Ver- gleich zu Friedrich Hebbels Trilo- gie „Die Nibelungen” zu haben. Ein weiterer Eintrag zeigt, wie der junge Mann schwärmt und träumt: „Angabe d. Decorationen u. Costüme v. Tannhäuser erhal- ten … eigene Gefühle, Schwär- men, Tannhäuser’, ‚Lohengrin’, Venusberg (Traum, Brief) ... Las im ‚Nibelungenhorte’ (Raupack), ‚Brünhilde’ (Geibel), die Nibe- lungen (Hebbel). - Vergleiche.” „... Schwärmerei, Vorgeschmack? auf künftige Seligkeit!” Ein paar Tage danach schreibt er in seinem Tagebuch: „Abends noch spät … Nibelungen gelesen ... treuen Siegfried, ... Brunhild.” In weite- ren Einträgen erwähnt er weiter Wagner, „schwärmen” und „März = R. Wagner”, weiter schreibt er von Kostümen, dem treuen Lo- hengrin und dem Schwan. Man kann klar spüren, wie sehr seine Liebe zu Wagner bereits ent- flammt ist und wie intensiv und ausführlich er sich mit Wagner, seinenWerken, dem Bühnenbild, den Kostümen, der Magie und Mystik auseinandersetzt. Er ist so tief darin versunken, dass er auch davon träumt, er vermerkt: „Traum Nachtwache ... Lohengrin ... Geister-Schiff?!” Mit Richard Wagner und den Mythen tief verbunden Am ersten Tag des neuen Jahres, Neujahr, also am 01. Januar 1864, schreibt der Kronprinz in sein Ta- gebuch: „nach Tisch Concept, Brief an R. Wagner, ach Erfolg, Erfolg!!” Der 18-jährige Kronprinz ist voller Verehrung dem Kompo- nisten gegenüber. Einen Tag spä- ter beginnt er ein Buch über Ri- Fortsetzung von Seite 45  Ludwig las „Die Nibelungen” von Friedrich Hebbel zum Vergleich. ²

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