Füssener Heimatzeitung Nr. 237
165 Füssener Heimatzeitung Nr. 237 vom Juli 2023 mann Späth (*1867-†1917) im Jahr 1898 der Orgel „übel mitgespielt” hat „so dass die Jäger-Orgel klanglich zu einer Ruine wurde”. Im 20. Jahrhundert wurde der Originalzustand von Johann AdamWald- vogel beinahe wiederhergestellt. Eine der größten Werke, die Jäger schuf, war die große Orgel von St. Mang in Füssen. Für diese Kirchenorgel zahlten die Benediktiner insgesamt 4.181 Gulden und 54 Kreuzer, inklusive Bildhauer-, Schreiner- und Ma- lerarbeiten. Doch auch diese Orgel musste immer wieder repariert werden, denn die Pfeifen waren „ganz vom Wurm ruiniert u sehr Windstößig”, wie der Füssener Orgelbauer Joseph Pröbstl nach Ab- schluss der Restaurierungsarbeiten im Jahre 1846 vermerkte. Trotzdem sollen noch zwei Drittel der Pfeifen von Andreas Jäger erhalten geblieben sein. Auftrag mit Lockmittel Eine weitere Geschichte zu einem Orgelbauauftrag des Allgäuer Orgelbaumeisters bietet das Instrument in Fiecht-Georgenberg. Jäger sollte es bis November 1761 geliefert haben, wenn ihm das gelänge, würde er ein Geschenk von 150 Gulden bekommen. Leider kam er in Verzug und konnte die besagte Orgel erst 1762/1763 fertigstellen. Am 21. Juni 1868 fiel die Orgel einem Brand zum Opfer. In Füssen schuf er sonst noch eine Orgel für die Friedhofskirche St. Sebastian und begann mit dem Bau einer neuen Orgel, die in die Unsere-Liebe-Frau-am- Berg-Kirche kommen sollte. Von der Zeit, in der über den Orgelbaumeister nichts bekannt ist, suchte man nach Instrumenten, die von ihm stam- men könnten. So wurden ihm ein paar Orgeln ein- fach zugeschrieben, die allerdings von anderen Orgelbauern erschaffen wurden. Orgelbauer mit gutem Ruf Andreas Jäger war ein Orgelbauer mit gutem Ruf und wurde von Zeitgenossen als einer der besten Orgelbauer seiner Zeit bezeichnet. Er schuf über dreißig Instrumente und hatte ein großes Verbrei- tungsgebiet. So baute er beispielsweise für Städte wie Innsbruck, Bozen, Stams, Brixen, aber auch in näheren Ortschaften, wie Reutte, Elbigenalp oder Bschlabs war er vertreten, was für die Qualität seiner Orgeln spricht. Er baute „typisch” nord- deutsche Orgeln, die für ihren sehr feinen Klang bekannt sind. Die oben genannte Orgel für die Un- sere-Liebe-Frau-am-Berg-Kirche konnte er nicht fertigstellen, denn er starb mit 69 Jahren im selben Jahr am 24. April 1773 in Füssen an Faulfieber, das ihn überraschend befallen hatte. Begraben wurde er auf dem Sebastiansfriedhof in Füssen. Gelungener Vortrag Die Festschrift und der Vortrag von KlausWankmiller konnten nicht ohne viel Unterstützung von Roß- hauptens Bürgermeister Thomas Pihusch, der Ge- meinde Roßhaupten, Tanja Böck, die sich unkom- pliziert um ein schönes Layout kümmerte, dem Dorfmuseum und besonders der Museumsleiterin Gudrun Altmannshofer, realisiert werden. Weitere Mithilfe bei der Übersetzung von Handschriften und Urkunden leisteten Richard Lipp aus Reutte, Bertold Pölcher aus Eisenberg und Barbara Wank- miller. Das Stadtarchiv Füssen hat durch die Be- reitstellung von Skizzen auch einen Beitrag zur Entstehung der gelungenen Jubiläumsschrift des Orgelbaumeisters Andreas Jäger geleistet. Ein be- sonderes Lob gilt Klaus Wankmiller, der nicht nur sehr viel Zeit für die gelungene Forschung aufge- bracht hat, sondern mit viel Leidenschaft und En- gagement, der interessierten Zuhörerschaft das Leben des bedeutenden Roßhaupteners nahe ge- bracht hat. n Was : Vortrag von Klaus Wankmiller über das Leben des Orgelbaumeisters Andreas Jäger Wann : 27. April 2023 Wo : Im Dorfmuseum im Pfannerhaus Roßhaupten Beginn : 19:30 Uhr Dauer : Eine Stunde Eintritt : kostenlos Wer ? Andreas Jäger Geboren : 04. November 1704 in Roßhaupten Gestorben : 24. April 1773 in Füssen (Festschrift erhältlich für: 3 €) Info-Kasten Fortsetzung von Seite 163 Bildnachweis : 1 Bild: Dornfeldenkel9 (https://commons.wikimedia.org/wiki/ File:Stadtpfarrkirche_Füssen_Orgel.jpg), https://creative- commons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode
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