Füssener Heimatzeitung Nr. 236
59 Füssener Heimatzeitung Nr. 236 vom Juni 2023 / II „In der Tat hatte Dürckheimwenig vom Höfling. Sein rotes Gesicht, sein massiger Körperbau taten seiner Erscheinung Eintrag, be- sonders als er noch in späteren Semestern im Schweiße seines Angesichts den Kotillon vortanz- te.” Zum Duell gefordert Dürckheim war längere Zeit Ad- jutant des Prinzen Otto, bevor er von 1878 bis 1883 den Posten des Hofmarschalls bei Prinz Arnulf bekleidete. In jener Zeit lernte er seine spätere Frau kennen, eine Ururenkelin der Zarin Katharina von Rußland, die wenig später auch die Aufmerksamkeit des Prinzen Arnulf erweckte, der ihr Avancen machte. Dieses sich an- bahnende Verhältnis, das ver- mutlich einseitig von Arnulf be- trieben wurde, veranlasste Dürck- heim, den Prinzen zum Duell zu fordern. Und dieser Duellplan wiederum führte den Grafen er- neut mit dem König zusammen. Der österreichische Gesandte in München, Karl Freiherr v. Bruck, berichtete im April 1883 in seine Heimat: „DasWohlwollen Seiner Majestät des Königs Ludwig von Bayern für den (...) Flügel-Adjutanten Graf Dürckheim und dessen Fa- milie ist in steter Zunahme be- griffen.” Die Geschichte Dürckheims im Haus Prinz Arnulfs schilderte der preußische Gesandte Georg Graf von Werthern später im Zusam- menhang mit einer Verstimmung zwischen Ludwig II. und dem Fi- nanz- und Kriegsminister in einem Schreiben nach Berlin im März 1885: „Vor ein paar Jahren heirathete der Graf Dürckheim-Montmartin, Offizier im Leibregiment, die rus- sische Gräfin Bobrinski, wurde darauf Hofmarschall seiner kö- niglichen Hoheit des Prinzen Ar- nulf, Kommandeur dieses Regi- ments, nach höchstdessen Ver- mählung mit der Prinzess Liech- tenstein, und kaufte mit demGel- de seiner Frau ein kleines Gut Rottenbuch bei Hohenschwan- gau. Bald zeichnete der Prinz die junge Gräfin aus, aber nicht eben auf eine feine Weise. Unter An- derem schickte er ihr durch einen Dienstmann einen Brief, worin Er sie bat, Ihn zu empfangen um eine Stunde, wo ihr Mann zu ei- nem Diner eingeladen war. Die Gräfin übergab den Brief dem p Gepäckpassierschein von Prinz Arnulf und seinem Adjutanten Graf Dürckheim, am 12. Februar 1882 in Paris aufgegeben. Bild: Bayerisches Hauptstaatsarchiv, gemeinfrei Fortsetzung auf Seite 60 Fortsetzung von Seite 56
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