Füssener Heimatzeitung Nr. 228
197 Füssener Heimatzeitung Nr. 228 vom Dezember 2022 Katharina und das Rad Die fünfzig Weisen sollen ver- bannt oder zum Tode verurteilt worden sein, wobei Katharina ih- nen bis zuletzt beistand. Doch dann wurde auch sie auf Geheiß des Kaisers festgenommen und in einen Kerker gesteckt. Eine weiße Taube soll ihr dorthin das Essen gebracht, ein Engel sie ge- tröstet haben. Diese Wunder be- kehrten die Wachmänner zum Christentum. Ein Rad, welches mit Messern und Nägeln besetzt war, war das schlimmste Folter- mittel, dem Katharina ausgesetzt wurde. Doch das Rad wurde von einem Blitz zerstört und tötete stattdessen die Folterer. Nach diesem Wunder waren auch das Volk, die Garde und sogar die Kaiserin auf ihrer Seite. Das er- zürnte den Kaiser so sehr, dass er seine ganze von ihr bekehrte Garde - der Legende nach 200 Mann - umbringen ließ. Katharina wurde wenig später enthauptet und erlitt somit den Märtyrertod. Aus ihrer Wunde floss jedoch kein Blut, sondern Milch. Tanzverbot Die Verehrung der Heiligen Ka- tharina nahm schnell ihren Lauf. Etwa ab dem 13. Jahrhundert war sie nach Maria die am meisten verehrte Heilige. Sie wurde zu einer der vierzehn Nothelfer und gehört neben Margareta und Bar- bara zu den „Drei heiligen Ma- deln”. Vor allem im bäuerlichen Leben fand ihre Verehrung An- klang. Noch heute sind einige der sie verehrenden Riten über- liefert oder sogar brandaktuell. Am Kathrein-Fest, dem 25. No- vember, fand der letzte Tanz- abend des Jahres statt. Da Ka- tharina mit Rädern gefoltert wur- de, mussten an diesem Tag alle Räder ruhen, also auch das Spinn- rad, das Mühlrad, das Wagenrad und später auch das Fahrrad. Von da an sollte auch nicht mehr im Kreis getanzt werden. Der Merkspruch „Kathrein stellt den Tanz ein” verdeutlicht dieses Ri- tual. Noch heute laden etliche Trachten- und Musikvereine am Tag der Heiligen Katharina zum letzten Tanzabend des Jahres ein. Früher hielt das Tanzverbot bis zum 06. Januar an. Patronate Der heiligen Katharina wurden etliche Patronate zugesprochen. Sie stellt für Jungfrauen, Mägde, Philosophen, Theologen, Lehrer Die Katharinenkapelle ist der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Vils angeschlossen. Bild: Füssener Heimatzeitung Was ? Katharinenkapelle, angeschlossen an die Stadt- pfarrkirche in Vils Wo ? Stadtplatz, 6682 Vils Erstmalige Erwähnung : 1477 n.Chr. Info-Kasten und Studenten, Wagner, Töpfer, Spinner und viele mehr beson- deren Schutz dar. Insbesondere auch für alle Berufe, die etwas mit Rädern zu tun haben. Außer- dem wird sie bei Migräne, Kopf- schmerzen und Krankheiten der Zunge, etwa wie Sprachbehinde- rungen, um Hilfe gebeten. ■
RkJQdWJsaXNoZXIy NDYxMw==