Füssener Heimatzeitung Nr. 227
3 Füssener Heimatzeitung Nr. 227 vom November 2022 / II Herr Schweiggert, Sie sind seit vielen Jahren Schriftsteller. Wie kamen Sie auf die Idee, das Schreiben zu einemwesentlichen Teil Ihres Lebens werden zu las- sen? Schon vonmeinemVater Hermann Schweiggert, der Kirchenmaler- meister, Holzbildhauer und Res- taurator war, wurde ich von klein auf künstlerisch beeinflusst. Von meiner Mutter Anna, geb. Trautner, die gerne Architektin geworden wäre und ständig Baupläne ge- staltete, stammt sicher die Freude am Konstruieren und Fabulieren. Auch mein Großvater, der Lehrer Johann Trautner, und mein Onkel Adi Trautner, Pfarrer in Thalhausen, waren künstlerisch und schrift- stellerisch aktiv. Mein Großonkel August Trautner verfasste zwei Bücher: die Chronik „Tausend Jah- re Haager Geschichte” und „Der Dorfschulmeister - Erinnerungen eines Lehrers aus der Prinzregen- tenzeit”. Letztere Aufzeichnungen wurden 1988 vonmir neu heraus- gegeben. Erfindungsreich in an- derer Hinsicht war auch mein Großonkel Fritz Trautner. Nach ihm wurde später die Trautner Straße in München-Pasing be- nannt, da er als engagierter Ober- baurat dieWasserleitung imWürm- tal einrichten ließ. Nach ihrer Schulzeit orientierten Sie sich aber zunächst in eine an- dere Richtung. Wie kam es dazu? Nach meiner Gymnasialzeit, die ichmit demAbitur abschloss, stu- dierte ich an der Pädagogischen Hochschule Pädagogik, Psycho- logie, Philosophie und Geschichte und arbeitete nach meinem Exa- men zunächst als Lehrer, absol- vierte dann aber auch noch das Studium der Sonderpädagogik. Es folgte einemehrjährige Tätigkeit Was gab Ihnen dann aber den ei- gentlichen Anstoß zumSchreiben und von wem wurden Sie dazu inspiriert? Im Wesentlichen waren es zwei Schriftsteller, diemich zumSchrei- ben ermunterten: Erich Kästner und der bekannte Kinderbuchau- tor Janosch. Kästner, der sichmei- ne ersten schriftstellerischen Ver- suche angesehen hatte, schrieb mir danach: „Ihre Texte zeigen, dassSie recht pfiffige Ideen haben als Lehrer. In dieser Zeit veröffent- lichte ich im Team mit anderen Autoren auch pädagogische Fach- literatur, die nicht nur Lehrern praktische Hilfen an die Hand gab, sondern auch Schülern bei ihrer Arbeit half. Schließlichwurde ich ans Staatsinstitut für Schul- qualität und Bildungsforschung (ISB) in München berufen und war dort bis 2010 als Instituts- rektor tätig. In all den Jahren war ich aber immer auch schon schrift- stellerisch aktiv. p Der Großvater von Alfons Schweiggert mütterlicherseits, Johann Trautner. Bild: Alfons Schweiggert Fortsetzung auf Seite 4
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