Füssener Heimatzeitung Nr. 222

180 Füssener Heimatzeitung Nr. 222 vom Juli 2022 mit ungezogenen Jungen herum- balgen zu müssen.“ So stürzte er sich in die Pandekten, eine Zusammenstellung der Rechts- gelehrten des römischen Reichs, und wälzte Bücher um Bücher, doch all das schenkte ihm nicht die gewünschte Befriedigung. „Ich fühlte deutlich, daß ich nicht auf dem rechten Wege sei, aber ich wußte keinen andern“, schrieb Steub. Trotzdem legte er sein Examen in Rechtswissen- schaft ab und arbeitete beim Steubs Liebe zu Griechenland Schon als Kind im Alter von etwa sechs Jahren war er fasziniert von der griechischen Sprache, mit der er in Berührung kam, als sein Doktor „der vortreffliche Dr. Schefenacker” an sein Kranken- lager kam und ihm ein altes Kräu- terbuch brachte, in dem er erst- mals griechische Worte sah. „Er erklärte mir nun Buchstaben und Wörter und von Stund an empfand ich eine Vorliebe für das Grie- chische, für die Hellenen, ihre Sprache und ihre Geschichte, die Landgericht Au bei München. Steub war mit seiner Arbeit nie zufrieden und beschreibt seine Entscheidung Rechtsanwalt zu werden später als „Mißgriff”. In diesem Amt machte er keinen großen Eindruck, konnte sich je- doch in seiner Freizeit seiner Lei- denschaft, den Sprach- und Ge- schichtsstudien, sowie dem Schreiben von Büchern widmen. Doch mit seinen Gedanken war er zu dieser Zeit nicht im Land- gericht Au, sondern „im schönen Griechenland!”. Fortsetzung von Seite 178  In der bayerischen Stadt Aichach wurde Steub geboren.²

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