HZ 206 König Ludwig Sonderausgabe

85 Füssener Heimatzeitung Nr. 206 vom Juni 2021 / II Kenzenhäuser – einst und heute Seit 1799 war das Kenzengebiet für die königliche Hofjagd ge- pachtet. Max II. von Bayern ließ 1850 ein einfaches Jagdhaus er- richten und erwarb zusätzlich die etwas höher gelegene Brannt- weinbrennerhütte dazu. Ludwig II. war bekanntermaßen kein Jä- ger, also ließ er das Jagdhaus bis 1871 als neues „Königshäusl“ umbauen. Zusätzlich baute er eine kleinere Unterkunftshütte für die Lakaien und einen Pfer- destall. Ludwig ließ im Jahr 1869 den Zufahrtsweg zum Reiselberg als Königsträßl bis zum Kenzen verlängern. Einige Jahrzehnte spä- ter, im Jahr 1928, wurden diese Häuser renoviert. Aber tatsächlich hat der damalige Jagdpächter na- mens Filser aus Augsburg die noch gut erhaltenen Gebäude im Jahr 1939 abgerissen. Die Häuser wurden durch einen Neubau un- mittelbar daneben ersetzt. Ein Zeitzeuge berichtet, dass das Ge- bäude „in unverantwortlicher, geradezu vandalischer Weise von dem damaligen Jagdtpächter Fil- ser aus Augsburg niedergerissen wurde.” Die Kenzenhütte heute ist also nicht das einstige Kö- nigshäusl Ludwigs II., sondern ist die oben erwähnte alte Brannt- weinbrennerhütte. Glücklicher- weise steht der königliche Pfer- destall noch, dieser wird heute von der Bergwacht genutzt. Wankerfleckwiese mit Kapelle Besonders schöne Plätze nahe der Kenzenhütte sind der Ken- zenwasserfall (Gehzeit 10 Minu- ten) sowie der Wankerfleck. Beide waren Lieblingsplätze von Ludwig II. Der Wankerfleck mit uralten Ahornbäumen und imposantem p König Ludwig II. erlebte am Wasserfall in der Nähe der Kenzenhütte eine Überraschung. Bild: Wikipedia, gemeinfrei Fortsetzung auf Seite 86

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