Füssener Heimatzeitung Nr. 203

34 Füssener Heimatzeitung Nr. 203 vom April 2021 Waldinventur? Doch was ist die Waldinventur und wie kann man sich das Spie- gelrelaskop vorstellen? DieWälder Österreichs gehören zu den wert- vollsten Ressourcen des Landes. Einfach gesagt, geht es hierbei darum, bei der Holzernte festzu- stellen wie viele Bäume entnom- men werden können, ohne dass das natürliche Wachstum der Bäume gefährdet ist. So muss ein Förster erst einmal vorher wissen wie viel Holz in seinem Wald pro Jahr nachwächst und wie hoch der Bestand ist. Ein kompliziertes Geschehen, wel- ches durch den gebürtigen Reut- tener, Walter Bitterlich, dank sei- ner genialen Erfindung vereinfacht wurde. Walter Bitterlich erfand das Spiegelrelaskop und er ist als berühmtester Förster der Welt bekannt. Doch woher kommt die- ser Erfinder, was hat sein Leben geprägt und was musste er alles durchmachen? Jagdgebiet des bayerischen Königshauses Der Vater von Walter Bitterlich, Ernst Bitterlich, stammte eigent- lich aus Böhmen, er wurde jedoch im Jahr 1907 alsWirtschaftsführer der Staatsforstverwaltung nach Reutte berufen. Er hatte nicht nur die Verwaltung der ausgedehnten Staatsforste, sondern auch der auf Außerferner Gebiet liegenden ausgedehnten Jagden des baye- rischen Königshauses, die im Au- ßerfern 10.000 Hektar umfassten, inne. Walter Bitterlich hat nach einer streng geführten Kindheit und Jugendzeit fast ununterbro- chen Tagebuch geführt und war in mehrfacher Hinsicht immer um schöpferische Tätigkeiten be- müht. Kindheit und Jugend So schreibt er, dass er ein stets gewissenhafter und fleißiger Schüler und Student war. Jedoch nutzte er jede freie Minute aus, sich beim Basteln von elektri- schen oder optischen Geräten den Problemen zu stellen und Fortsetzung von Seite 32  Bei der Überreichung der Verdienstmedaille der Marktgemeinde Reutte. Walter Bitterlich ist der zweite von rechts. Bild: privat

RkJQdWJsaXNoZXIy NDYxMw==