Füssener Heimatzeitung Nr. 203

140 Füssener Heimatzeitung Nr. 201 vom Feb. 2021 Fortsetzung von Seite 138 Konsum in der Spitalgasse Die Arbeit in den Konsumläden gefiel Ruth Frösel auf Anhieb aus- gesprochen gut. Durch ihre Zu- verlässigkeit und Vertrauenswür- digkeit wurde ihr schon kurze Zeit später, im Alter von nur 23 Jahren, die Leitung über das Kon- sumgeschäft in der Spitalgasse übertragen. Dieser Laden war ei- ner von zehn Konsumläden in Füssen. In der Spitalgasse gab es neben dem Konsum noch das Gasthaus zum Löwen, die Bäcke- rei Wagner, die Metzgerei Keller und den Lebensmittelladen von Frau Heubeck. Man war sich ge- genseitig aber keine Konkurrenz, vielmehr bildeten die Mitarbeiter gemeinsam mit ihren Kunden eine große Familie. Die Frauen, die im Konsum einkauften, er- zählten Ruth oft von ihren Pro- blemen in der Ehe oder mit ihren Kindern. Dabei bekam sie des Öfteren zu hören: ”Ach, sei doch froh, dass du nicht verheiratet bist!“ Einmal kam auch ein Pär- chen in den Konsum und kaufte gemeinsam ein. Der Mann fiel Ruth dabei ausgesprochen positiv auf. Als dann die Frau am nächs- ten Tag nochmal alleine in den Konsum kam, erlaubte sie sich Gründung der Konsumvereine In dieser Zeit war der Füssener Konsumverein einer der größten Arbeitgeber in Füssen. Entstan- den ist die Idee von Konsumver- einen schon lange vor dem Zwei- ten Weltkrieg in Großbritannien. Dort schlossen sich zum ersten Mal Bürger zusammen, um einen Lebensmittelladen zu gründen, der Frau zu sagen, dass sie aber einen außergewöhnlich tollen Mann habe. Als die Frau darauf- hin nur erwiderte: ”Ach, wenn sie wüssten, den können sie so- fort haben.”, fing sie langsam tatsächlich an zu zweifeln, ob dasmit demHeiraten das Richtige für sie sei.  Die Familie Dicht vor dem Konsumgeschäft in der Drehergasse. Bild: Füssener Heimatzeitung  Das Logo der „co op” Märkte, Bild: Wikipedia, Gemeinfrei

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