Füssener Heimatzeitung Nr. 203
137 Füssener Heimatzeitung Nr. 203 vom April 2021 Fortsetzung folgt! und Jugendlichen in Schulen scheint in eine ähnliche Richtung zu gehen. Diese perfide Lust, die Menschen dazu anregt, scheint aus einer tiefen dunklen Ecke der inneren Selbstmissachtung herzurühren und ist ein echtes Armutszeugnis unserer heutigen tenz dadurch bedroht werden könnte. Die heutigen Gefahren liegen wohl nicht mehr darin, le- bend ans Kreuz genagelt zu wer- den, wohl doch vielmehr darin, dass man den ein oder anderen digitalen und medialen Löwen zum Fraß vorgeworfen wird. So können wir uns die Frage stellen: Hat sich wirklich etwas verändert seit damals, als Jesus ans Kreuz genagelt wurde? Der mediale und digitale Weg der Erniedrigung und Hinrichtung ist vielleicht nicht weniger schlimm, weil er viel heimtückischer, viel abstrakter und hintergründiger vonstatten- geht. Weil wir es einfach nur im Fernseher sehen und nicht am Leid der anderen partizipieren müssen und alles viel distanzier- ter und abstrakter auf uns wirkt. Die Gegebenheiten haben sich scheinbar schlichtweg verlagert, die gaffende Menge steht nicht mehr am Wegesrand des Berges Golgatha, sie sitzt nun imWohn- zimmer und schaut auf ihren Fern- seher, Jesus wird nicht mehr ans Kreuz genagelt, sondern mit ver- meintlich belastendem Bildma- terial konfrontiert. Wir werden dem selbstkritischen Stachel die- ser Botschaft nicht ausweichen dürfen, der in diesem Bild steckt. Sonst wirken wir mit daran, dass die Sonne verfinstert bleibt. Aber wie der Lichtschein um das Haupt Jesu erahnen lässt, so brechen wieder einmal auch auf diesem Bild neben der schwarzen Tristheit Strahlen hervor, die uns hoffen lassen, dass alle blindwütigen menschlichen Verdunklungsbe- mühungen das Licht und die Lie- be letztlich nicht auslöschen kön- nen! ■ Gesellschaft. Es scheint manchen Menschen, den Paparazzi und den heutigen Medien, Spaß zu machen, aus derlei intimen und eigentlich privaten Geschichten eine „heiße Story” zu machen. Koste es, was es wolle, egal wes- sen berufliche und soziale Exis-
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