Füssener Heimatzeitung Nr. 202

182 Füssener Heimatzeitung Nr. 202 vom März 2021 auch er war nicht unverwundbar und erlitt nach nahezu jedem Spiel schmerzhafte Wunden, die mit unzähligen Krankenhausauf- enthalten einhergingen. Doch für Paul Ambros gehörte genau das mit dazu, niemals würde er wim- mernd vomEis gehen, dasmachte seiner Meinung nach einen ech- ten Eishockeyspieler aus. Eine blutige Nase Zitat von Horst Eckert über Paul Ambros: Sylvester Wackerle, selbst ein Abwehrspieler, der nichts anbrennen ließ, erzählte einmal respektvoll eine Story, die er mit dem Paule erlebt hat: „Es war ein Spiel in Füssen gegen unseren SC Riessersee, imdamals noch offenen Kobelstadion. Ei- seskälte, so an die minus 20 Grad Celsius. Paul Ambros bekam im Zweikampf einen fürchterlichen Schlag auf die Nase. Sein Riech- gerät blutete gewaltig, was ihn aber überhaupt nicht störte. Er spielte weiter. Nach einigen Mi- nuten bildeten sich zwei lange rote Eiszapfen. Ich glaube, er hat nach demSpiel eine halbe Stunde unter der Dusche gestanden und die Zapfen abgetaut.“ Das war Paul Ambros – Der Tiger vom Hopfensee wie er leibt und leb- te! Sommer-Eishockey Durch eine Überdachung des Ko- belstadions mittels einer einfa- chen Zeltplane im Jahr 1957, konn- te der EV Füssen ab sofort auch Sommer-Eishockey bieten. Für viele war dies lange undenkbar gewesen, so auch für Paul Am- bros, der sich erst daran gewöh- nen musste, nach dem Baden direkt ins Training überzugehen. Am 17. August 1957 fand dann tatsächlich das erste Sommer- Eishockeyspiel vor 6000 Zuschau- ern statt. Unter den Zuschauern war diesmal auch Paul Ambros, der leider nicht amSpiel teilneh- men konnte, da er verletzt war. Ausnahmsweise handelte es sich hierbei diesmal aber um keine Eishockeyverletzung, sondern um einen Berufsunfall, der sich eines Morgens in der Werkstatt zuge- tragen hatte. Finger ab! Es war der Tag nach der Rückreise aus Cortina d’Ampezzo, wo die Füssener als Olympiakämpfer an- getreten waren, als es passierte. Völlig übermüdet von der langen Fahrt, ging Paul Ambros wie ge- wohnt und ohne zu murren, um sieben Uhr morgens seiner Arbeit nach. Mit schweren Augenlidern machte sich Paul an der Band- säge zu schaffen. Die scharfe Fortsetzung von Seite 181  Abgekämpft, doch glücklich. Von links: Martin Beck und Ernst Eggerbauer, eines der besten Verteidigerpaare der fünfziger Jahre in Deutschland. Beck dynamisch und offensiv, Eggerbauer als Abwehrstratege und Meister im Spielaufbau. Bild: privat

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