Füssener Heimatzeitung Nr. 202

177 Füssener Heimatzeitung Nr. 202 vom März 2021 Auflösung Serie: Heimaträtsel Auflösung des Heimaträtsels aus der Februar-Ausgabe der Füssener Heimat- zeitung, Nr. 201, Villa Luitpold Bilder: Füssener Heimatzeitung Heute noch vergleichbar genutzt Bemerkenswert ist, dass die Nut- zung des Gebäudes im Wesent- lichen bis heute gleich bzw. ver- gleichbar geblieben ist, und auch chend sein, sie auf die Spur un- seres heutigen Rätsels zu führen, .... ■ schon vor dem Neubau 1735 die gleiche war. Über mehrere Jahr- hunderte bildet das Haus damit schon ein Zentrum sozialer Diens- te - dieser Hinweis sollte ausrei- Anton Berger Die „Villa Luitpold“ finden wir in der Augsburger Str. 19, an der Ecke zur Abzweigung der Bürger- meister-Wallner-Straße. Erbaut wurde sie um 1895 von Anton Berger, einem Nürnberger, der Ende des 19. Jahrhunderts im Nordosten der Stadt ca. 4,3 Hektar unbebaute Grundstücke erworben hatte - heutzutage würde man ihn vermutlich als Immo- bilienspekulanten bezeichnen. Das gesamte Gebiet, das später nach und nach bebaut wurde, erhielt im Volksmund schnell den Namen „Bergerfeld“ (vgl. hierzu auch Füssener Heimatzeitung Nr. 175, Juni 2019, S. 20-27). Ob Anton Berger selbst jemals die imposante Villa am Rande des Bergerfeldes bewohnt hat, ist nicht mehr bekannt, schon 1909 war sie jedenfalls nicht mehr in seinem Besitz, er hatte sie an den Schlossverwalter Josef Sauer ver- kauft. Prinzregent Luitpold Der Bau der Villa fiel bereits in die Regierungszeit von Prinzregent Luitpold, der 1886 seinem Neffen Ludwig II. zwar nicht auf den Thron gefolgt war, aber die Regentschaft für König Otto I. übernommen hatte. Luitpold galt als Mann der Wirtschaft - für die Förderung von Kunst und Kultur hatte er im Gegensatz zu Ludwig II. nicht sonderlich viel übrig. Es war damals durchaus populär, Luitpold noch zu Lebzeiten in Form eines Denkmals zu ehren - man erhoffte sich dadurch nicht zuletzt die Unter- stützung des Prinzregenten bei wirtschaftlichen Projekten. Mutmaßlich dürfte das auch die Moti- vation von Anton Berger gewesen sein, Luitpold mit einem Medaillon auf der Fassade seiner herr- schaftlichen, auffällig roten Backsteinvilla zu ver- ewigen. Ob mit oder ohne Zutun Luitpolds - 1919 konnte Anton Berger das Bergerfeld jedenfalls an die Stadt Füssen veräußern, wodurch letztlich das Gebiet dann zu Bauland für die nordöstliche Er- weiterung der Stadt wurde.

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