Füssener Heimatzeitung Nr. 196

68 Füssener Heimatzeitung Nr. 193 vom August 2020 Fortsetzung auf Seite 71 Nicht nur den kleinen Wehwehchen und Leiden konnte Kneipp mit seiner langen Erfahrung und seinem daraus erlangten, tiefschürfenden Wissen ein Ende bereiten. Auch bei ganz schlimmen Verletzungen, wie z.B. lebensgefährli- chen Verbrennungen, wusste er Rat und rettete diesenMenschen mit Haus- mitteln das Leben. Ein Bericht von Johanna Riemann Serie: Pfarrer Sebastian Kneipp Dem Tod von der Schippe gesprungen Sebastian Kneipp bewegte sich im Thema Heilung und Gesundheit, wie ein Fisch imWasser. Jahrelange Erfahrung vertieften sein Wissen so umfangreich, dass er zu jedem Symptom eine Behandlung Wie Kneipp zwei Männern das Leben rettete Lebensgefährliche Verbrennungen  Feuer kann auch gefährlich werden. Bild: AdobeStock_60068299 wusste. Manchmal handelte er auch ganz intuitiv und viele Male wollte er dem Patienten nur noch das Sterben erleichtern und rettete ihm damit letztendlich das Leben. Schlimmste Verbrennungen So ging es auch in zwei Fällen von Männern, die sich lebensgefährliche Verbrennungen zugezogen hatten. Der erste fiel in ein Feuer und verbrannte sich Hände und das Gesicht bis zur Unkenntlichkeit. In großer Verzweiflung und mit rasenden Schmerzen flehte er um den Tod. Wie so oft erklärte ein Arzt eine Heilung für ein Ding der Unmöglichkeit. Als Pfarrer wurde Kneipp gerufen, um den Mann auf das Sterben vorzubereiten. Tiefes Mitgefühl ereilte Kneipp beim Anblick des Mannes und er wollte alles tun, um dem Leidenden das Sterben zu er- leichtern und die Schmerzen zu lindern. Mit Hausmitteln das Leben gerettet So begann er mit folgender Behandlung (aus dem Buch „meine Wasserkur von 1891”): …”so rührte ich rasch mit einer Feder aus rohem Eiweiß, Leinöl und saurem Rahm einen Brei an und trug, um den Zutritt der äußeren Luft abzuschließen, diese Salbe möglichst dicht auf die leidenden Stellen auf. Da- rüber legte ich abgenutzte, leinene, deshalb recht weiche, nasse Lappen und als Zudecke obendrauf, ebenfalls gut aufliegend und abschließend, ein trockenes Tuch. Nach je zwei Stunden wurde das trockene Tuch sachte weggehoben, mit einem Schwamme das nasse Tuch von neuem schonend aber kräftig angefeuchtet, um das Trocknen und überaus wehethuende Ankleben zu verhindern.

RkJQdWJsaXNoZXIy NDYxMw==