Füssener Heimatzeitung Nr. 196

109 Füssener Heimatzeitung Nr. 196 vom November 2020 Güss auf´s Maul“ verordnete er einer Patientin. Die Dame wollte partout nicht damit aufhören, dem Pfarrer wortreich ihre unter- schiedlichen Leiden zu schildern. Legendär ist Kneipps Ausspruch „Saufe wolle se alle, aber sterbe will koiner!“ Selbst vor dem Papst machte er nicht Halt. Leo dem XIII., der Kneipp in Rom mehrere Audienzen gewährte, empfahl er regelmäßige Bewegung in den vatikanischen Gärten. Und wenn es mal regnen sollte, dann „laufat für a paar Mol durch die Sääl“ riet er dem Pontifex auf gut Schwäbisch. Nicht zuletzt die di- rekte ungekünstelte Sprache und die Abneigung gegen alles Ge- spreizte und Affektierte trugen zur Popularität von Pfarrer Se- bastian Kneipp bei. Er pflegte natürlich dieses Image. Die wach- Kneipp, „ich bin jedes Mal froh, wenn die mich nicht anbetteln.“ Grob und derb Markant sind die Sprüche des Pfarrers Sebastian Kneipp, der grob und derb, mitunter sogar beleidigend, den Patienten „über´s Maul“ fuhr, im wahrsten Sinne des Wortes. Manche schmiss er als Quälgeister betitelt aus der Sprechstunde. Und „Drei  Lech im Winter. Bild: Füssener Heimatzeitung Fortsetzung auf Seite 111

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