Füssener Heimatzeitung Nr. 194
193 Füssener Heimatzeitung Nr. 193 vom August 2020 zitiert, die ihrer Lehrerin zum Ab- schied einige Zeilen widmete: "13.1.1959, Sehr verehrte, liebe Frau Professor! Es war für mich wirklich eine Enttäuschung, daß ich Sie heute nicht treffen konnte, als ich mich in der Schule verab- schiedete. Gern hätte ich von Ih- nen ein gutesWort mit auf meinen Weg genommen. Nun kann ich Ihnen nur schriftlich danken für alles, was Sie mir als Mensch und Lehrerin gegeben haben. Ich weiß genau, daß ich mir manch- mal wünschen werde, ich könnte noch einmal wieder eine Stunde Deutschunterricht erleben. Ich grüße Sie in Dankbarkeit!" Dem ist nichts hinzuzufügen, denn ein größeres Lob kann man sich als Lehrer wohl nicht wün- schen! Fortsetzung auf Seite 194 F riederike Gaißmayer (links) und ihre Schwester Kreszentia Nagel 1977. Bild: privat Lediglich der Umzug der Schule, die zwischenzeitlich in Gymna- sium Füssen umbenannt worden war, an den heutigen Standort an der Dr. Enzinger-Str. 5, fiel nicht mehr in die Dienstzeit von Friederike Gaißmayer. Eine Lehrerin vom alten Schlag War Friederike Gaißmayer, im Schülerjargon "die Frieda" ge- nannt, eine beliebte Lehrerin? Ganz einfach ist diese Frage nicht zu beantworten, es kommt dabei sehr auf den Blickwinkel an. Sie war in jedem Fall eine Lehrerin, die viel von ihren Schülern ver- langte. Gute Noten erhielt man bei ihr nicht nebenbei, sondern nur, wenn auch die entsprechen- de Leistung erbracht wurde. Sie galt daher unter Schülern als "strenge Lehrerin" im klassischen Sinn. Auch hielt sie nichts davon, mühsam Wissen in unwillige Schüler "einzupauken"; wer nicht lernen wollte und desinteressiert war, sollte besser einen anderen Weg einschlagen. Deshalb stand sie wohl auch im Ruf, hauptsäch- lich eine Lehrerin für die guten Schüler zu sein. Dies stimmte aber auch nur zum Teil, denn sie verstand es auch durchaus, Schü- ler überhaupt erst einmal für ein Thema zu begeistern. Dabei schöpfte sie aus einem umfang- reichen Bildungs- und Wissens- schatz, und konnte insbesondere auch auf ein breitgefächertes Ver- ständnis von Zusammenhängen aus Geschichte, Sprache und Kul- tur zurückgreifen, und damit auch fächerübergreifend Kenntnisse vermitteln. Hierzu sei aus einem Dankschreiben einer Schülerin
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