Füssener Heimatzeitung Nr. 192
Füssener Heimatzeitung Nr. 192 vom Juli 2020 und Chemie an der Münchner Universität, das er 1832 mit Aus- zeichnung abschloss. Er war nun als praktischer Apotheker zuge- lassen und arbeitete als solcher u. a. auch in der Stadtapotheke in Erding. Doch schon 1833 brach Spitzweg seine Apotheker-Lauf- bahn ab. Während eines Kurauf- enthaltes nach einer Krankheit in Bad Sulz (Peißenberg), fasste er den Entschluss, sich haupt- beruflich der Malerei zu widmen. Die Entscheidung wurde dadurch erleichtert, dass er zu dieser Zeit seinen Erbanteil zugewiesen be- kam. 1835 wurde er Mitglied des Fortsetzung v0n Seite 33 Fortsetzung v0n Seite 36 Das Bleichertor in Füssen heute. Bild: Füssener Heimatzeitung Carl Spitzweg. Bild: Wikipedia gemeinfrei Münchner Kunstvereins. Carl Spitzweg hat nie eine Akademie besucht, er war Autodidakt. Doch wie kam Spitzweg nach Füssen? Im Jahr 1829 hatte der damals 18-jährige bayerische Kronprinz Maximilian bei einer Wanderung das ruinöse Burgschloss Schwan- stein in Hohenschwangau ent- deckt, sich in das Schloss verliebt und es nach zähen, jahrelangen Verhandlungen mit dem Besitzer 1832 gekauft. Im selben Jahr setz- ten Sanierungsmaßnamen ein, die der ehemalige Zeichenlehrer Maximilians, Domenico Quaglio, ein Maler, leitete. Quaglio war schon Jahre vorher in Füssen ge- wesen und hatte die denkwürdi- gen Bauten der Stadt und ihrer Umgebung in stimmungsvollen, ganz der Romantik verpflichteten Lithographien festgehalten. Die Ausmalung der Schlossräume führte nun ganze Scharen von Künstlern nach Hohenschwangau, das damals ein stiller, gottver- lassener Ort gewesen war. Da es nicht leicht oder gar unmöglich war, vor Ort ein Quartier zu finden, wohnte das bunte Volk der Künst- ler in Füssen. Das romantische Ambiente Füssens wurde damals „entdeckt“. In der Schar der Künstler, die beim Schlossbau tätig waren, spielte der aus Ham- burg stammende Maler Christian Hansonn zwar nur eine beschei- dene Rolle, er aber war es, der imHerbst 1837 einen Freund nach Hohenschwangau lockte, den jun- gen Apotheker Carl Spitzweg aus München.
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