Füssener Heimatzeitung Nr. 192

100 Füssener Heimatzeitung Nr. 192 vom Juli 2020 oder Gottesacker begraben sol- len. Sprichwörtlich setzte sich in Pfronten noch lange durch, dass man immer, wenn man von einer Änderung berichtete, zu Beginn erstmal einleitete: „Wo wir sind bayrisch geworden”. Kühe grasen auf dem Friedhof Da sich der 400 Schritt westlich von der Kirche St. Nikolaus gele- gene Gottesacker gut dazu eig- nete, entschloss man sich dazu, ihn als neuen Friedhof zu nutzen. Freilich wurde der Friedhof von allen Angehörigen und Freunden der Verstorbenen reichlich be- sucht, aber ansonsten wurde der Friedhof nur stiefmütterlich be- handelt. Es wurde eine Dornen- hecke gepflanzt und in einer Ni- sche gegenWesten stand ein ein- faches Kruzifix. Im Herbst, als die Hecke nicht mehr so reich bewachsen war, kam es nicht selten vor, dass die benachbarten Kühe durch das leichte Gehege drängten, sich an den eisernen Kreuzen und Grabsteinen rieben und auch das ein oder andere auf dem Friedhof hinterließen. Der Schmerz an Allerheiligen So wurde der Druck auf die Ge- meinde immer größer und immer mehr Stimmen kamen auf: „Es muss etwas passieren!”, „Man muss doch erkennen, dass es ein christlicher Gottesacker sei.”, „Man muss eine Totenhalle er- richten oder die Nische mit dem Crucifix renovieren.” An Allerhei- ligen 1840 war es dann soweit. Der Gemeindepfleger Franz Hotter von Pfronten-Kreuzeck und der damalige Pfarrer Magnus Jocham trafen sich nach dem feierlichen Gräberbesuch und waren beide betrübt über die Armseligkeit des Fortsetzung von Seite 98  Hier das später erneuerte Kruzifix auf dem Friedhof neben der Kirche. Bild: Füssener Heimatzeitung

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