Füssener Heimatzeitung Nr. 191

195 Füssener Heimatzeitung Nr. 191 vom Juni 2020 / II Geheimnisse wollen gelüftet werden Laut Spangenberg sind es vor allem sechs Punkte, die Neu- schwanstein seinen einmaligen Charakter verleihen. Die erste These, die er dazu anführte, war die Abgeschlossenheit des Schlosses. Ludwig ließ die Bau- stelle von Neuschwanstein gezielt abschotten. So hatte kein ge- wöhnlicher Mensch die Möglich- keit, die Baustelle von außen, geschweige denn das Schloss von innen zu betrachten. Das war ungewöhnlich, war es in die- ser Zeit in ganz Europa doch gang und gäbe, dass Herrscher ihre Prunkbauten der Öffentlich- keit zugänglich machten. Schloss Hohenschwangau zum Beispiel, war schon zu Lebzeiten Ludwigs II. teilweise für Besucher geöff- net. Intensive Berichterstattung Solch eine Verschlossenheit barg natürlich unendlich viel Stoff für Mutmaßungen. So trugen unzäh- lige Zeitungsartikel, in denen über das Schloss spekuliert wur- de, schon in der Zeit der Erbauung erheblich zu seiner Popularität bei. In der Luft schwebend Die zweite These ist laut Span- genberg, dass Neuschwanstein, welches auf einem Felsen mit dem Namen „Jugend” steht, aus- sieht, als würde es schweben. Dies ist ein besonderer Effekt, den andere Bauwerke in der Grö- ßenordnung Neuschwansteins, nicht vorweisen können. Eingebettet in die Landschaft Ebenfalls ein wichtiger Faktor für die Berühmtheit des Bauwerks soll sein, dass es den Anschein hat, als würde sich die Natur mit  Vorsicht! Nicht mit dem Original verwechseln. Eine von zahlreichen Neuschwanstein-Kopien in der Welt. Diese steht in Nikko, Japan. So können japanische Neuschwanstein-Fans den Anblick des Schlosses auch ohne lange Reise genießen. Bild: Wikipedia, gemeinfrei Fortsetzung auf Seite 196

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