Füssener Heimatzeitung Nr. 182

159 Füssener Heimatzeitung Nr. 182 vom Dezember 2019 Fortsetzung auf Seite 160  Die Geburt Jesu. Bild: Erwin Reiter, Nesselwang Ein Geschenk von Königin Marie von Bayern So haben die Krippenfiguren ei- nen schönen und würdigen Auf- enthaltsort erhalten, aber bis da- hin war es ein weiter Weg. Die Franziskaner hatten bereits in den 1870er Jahren Krippenfiguren. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass die Mutter von König Ludwig II. (1845 – 1886), Königin Marie von Bayern (1825 – 1889), der Kirche St. Stephan diese Krip- penfiguren geschenkt haben soll. Es sollte nach ihrem Wunsch zu den Weihnachtsszenen auch die Darstellung einer Fronleichnams- prozession hinzugefügt werden. Mag sein, dass nicht alle Figuren aus der Spende der Königinmutter stammen, – man fand zwischen- zeitlich heraus, dass die Figuren wohl aus verschiedenen Zeiten stammen müssen – so ist doch die enge Verbindung der Königs- familie zur Kirche St. Stephan und den Franziskanern bekannt, die oft imSchloss Hohenschwan- gau Gottesdienste für die Königs- familie abhielten. Von König Lud- wig II. erhielten die Franziskaner in den Jahren 1878 und 1879 als Weihnachtsgeschenk jeweils ei- nen größeren Geldbetrag, eine Geste, die möglicherweise auch auf eine Bitte der Königinmutter zurückzuführen sein könnte. Sogar Figuren in spanischer Tracht Insgesamt gibt es 236 Figuren,

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