Füssener Heimatzeitung Nr. 181
151 Füssener Heimatzeitung Nr. 181 vom November 2019 Die Vogelbeeren werden reif. Bild: Elisabeth Wintergerst heuer nach Pfronten geführt, denn dort wurden sie von Roswi- tha Ganseneder-Lotter begrüßt. Und der Garten von Roswitha Ganseneder-Lotter erzählt eine besondere Geschichte. Eine Rose für die Schwester Das Schicksal ist unergründlich und wählt oft verschlungene Wege. Warum die Schwester Con- ny so früh gehen musste, darauf gibt es keine Antwort. Roswitha Ganseneder-Lotter hat ihrer Schwester eine Rose gewidmet, die zum Mittelpunkt ihres wun- derbaren Gartens wurde, in dem sich Schmetterlinge wohl fühlen, die Bienen summen und alle Sin- ne gelabt werden. Seien es die Düfte, die den Garten durchwe- hen, sei es die Farbenpracht der Blüten, sei es der Geschmack von Kräutern und Beeren. Frösche quaken, Grillen zirpen und Vögel finden im dichten Hag des Gar- tens einen günstigen Nistplatz. Der Garten bietet Rückzugsmöglich- keiten und Raum für Rituale. Roswitha Ganseneder-Lotter beschreibt ihn so: „Ich bin voller Dankbarkeit für das Glück, das uns die Natur schenkt und dass ich jeden Tag ein Teil von ihr sein darf. Dadurch, dass ich sie betrachte, in ihr wandle, lehrt sie mich immer wieder etwas Neues, erfahre Dimensionen, von denen ich zuvor nichts wusste. Oft sind es die kleinen Dinge, hinter denen sich das Wissen um etwas Großes verbirgt. Mein Paradies, das ist hier, ein Stück Land unterhalb des Falkensteins. Orchideen und Maiglöckchen gedeihen hier im Frühjahr, Frauenschuh im Sommer und unendlich viele Heilkräuter. Im Herbst färbt sich das Laub in gold-rote Töne, die im Licht der Sonne tanzen und ein erdiger Duft strömt durch die Lunge ... Dieser Platz, er gehörte meinen Ahnen und er bedeutet mir sehr viel. Ich habe das Gefühl, dass es meine Aufgabe ist, das Erbe, das sie mir hinterlassen haben, weiter zu hüten, aber auch weiterzugeben. Die Zeit, die ich hier von klein auf verbracht habe, sie hat mich geprägt. So, als ob sie eine Spur in mein Herz geschnitzt hätte, der ich in meinem Leben folgen würde.” Fortsetzung auf Seite 152
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