Füssener Heimatzeitung Nr. 178

161 Füssener Heimatzeitung Nr. 178 vom August 2019 Angst um den Vater Hans-JoachimStürzbecher wurde in Hannover geboren, weit weg vom Allgäu im hohen Norden. Doch schon bald verschlug es ihn in den Süden – und dort sollte er sein Leben lang bleiben. Über die Zwischenstation Mün- chen landete er in Buching. Das hatte mit der beruflichen Lauf- bahn seines Vaters zu tun. Dieser war für den Bundesnachrichten- dienst tätig und musste aus be- ruflichen Gründen umziehen. So wuchs Hans-Joachim ab dem vier- ten Lebensjahr in Buching auf. Sein Vater war sehr viel unterwegs und seine Mutter leitete das Labor in der Buchinger Klinik. Seine kleine Schwester Gisela, in Mün- chen geboren, wuchs mit ihm zu- sammen auf. Die Kindheit der beiden war stark vom Fehlen des häufig verreisten Vaters und den Sorgen um diesen geprägt. Es wurde zwar nie deutlich ausge- sprochen, aber es war klar, dass die Aufgabe des Vaters beimBun- desnachrichtendienst gefährlich war. Er hatte die Aufgabe, ost- deutsche Agenten zu identifizie- ren und das war in der damaligen Zeit im Kalten Krieg nicht nur schwierig, sondern lebensgefähr- lich. Kämpfen um den Status zu erhalten Die Grundschule absolvierte Hans-Joachim Stürzbecher oder „Edi“, wie die Klassenkameraden ihn riefen, in Buching. Er war ger- ne draußen in der Natur, spielte Fußball und im Winter liebte er es, Ski zu fahren. Nach der Grund- schule musste er auf das Internat. Das war Pflicht für Kinder von Agenten, da diese in einem In- ternat besser beaufsichtigt und Fortsetzung auf Seite 162  Hans-Joachim als kleiner Bub, Bild: Privat

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