Füssener Heimatzeitung Nr. 174
143 Füssener Heimatzeitung Nr. 174 vom Mai 2019 Service, das die Königin verschenkte. Bildquelle: privat Fortsetzung auf Seite 144 München pflegten die Königin liebevoll. Um ihr eine Teilnahme am Gottesdienst zu ermöglichen, wurde im Erker des Ortsgeschich- tenzimmers ein Altar errichtet und Pfarrer Waibl aus Elbigenalp las täglich die Messe, wozu je- dermann Zutritt hatte. Am 17. Mai 1889 zelebrierte Dompfarrer Tho- ma aus München den Gottes- dienst und die Königin empfing die Heilige Kommunion ein letztes Mal. Nach einer weiteren Messe fiel Marie „in die Züge” und ver- starb gegen 8:15 Uhr. Bevor sie ihre letzten Worte sprach, bat sie alle Menschen, denen sie Unrecht getan hatte, um Vergebung. Und ihre letzten Worte waren wie das Hinterlassen eines Segens für das von ihr geliebte Lechtal: „Ich kom- me von einem schönen Lande in ein schöneres. Gott schütze Preu- ßen, Bayern und mein liebes Ti- rol”. Dann tat sie ihren letzten Atemzug und schloss die Augen für immer. Doch vor ihrem inneren Auge mag sie die Berggipfel der Lechtaler Alpen gesehen haben. Sie wurde imSchwanenritter-Saal des Schlosses Hohenschwangau aufgebahrt. Die Bevölkerung konn- te ihr die letzte Ehre erweisen.
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